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Ein Gestalter geht private Wege

Garbsen Ein Gestalter geht private Wege

Wolfgang Stahl ist weg. Weg, nicht im Sinne von verschwunden. Weg, im Sinne von nicht mehr da, nicht mehr im Dienst, nicht mehr ansprechbar für Schulen, Sportvereine, überhaupt Vereine, für Kindergärten und Badegäste. Das Büro ist geräumt.

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Gestern noch im Amt, ab heute im Ruhestand: Fachbereichsleiter Wolfgang Stahl verlässt die Verwaltung der Stadt Garbsen nach 24 Dienst- und 64 Lebensjahren.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Eine kurze Abschiedsrunde am Freitag bei den Chefs, ein letztes Pressegespräch. Ruhestand. Erfahrung aus 24 Jahren Garbsen-Arbeit, stillgelegt. Eigentlich kann sich das keine Stadt leisten.Wolfgang Stahl war Mister Schule. Seit 1991 leitete er das Schulamt, ab 2009 war er zusätzlich für Kinderbetreuung verantwortlich, ab 2010 auch noch für Jugend, Integration, Kultur und Sport.

Er und sein Team kennen jede Ecke, jeden Pflasterstein auf Schulhöfen, jeden Telefonanschluss. Das allein macht es nicht so schwer, ihn ziehen zu lassen. Der 64-Jährige aber war ein Gestalter und Diplomat, kein Verwalter. Das macht es viel schwerer. Er hatte eine besondere, eine besonnene Art, mit Menschen umzugehen. Und er hat immer versucht, die beste Lösung, den gerechten Weg zu finden.

Stahl hat Modelle mit Strahlkraft geschaffen. Das ist vielleicht sein größter Verdienst. Er hat auf politischen Auftrag hin zum Beispiel die Bildungsagentur ins Leben gerufen. Die Agentur suchte und fand Kontakt zu den Universitäten Oldenburg und Kiel. Stahl wollte den Übergang Jugendlicher in den Beruf erleichtern, wissenschaftlich begleitet. Daraus entstand die Idee zu Ausbildungslotsen. Heute ist das ein gefördertes Modell in ganz Niedersachsen. Und ohne diese jahrelange Erfahrung wäre in Garbsen nicht die erste Jugendberufsagentur der Region gegründet worden.

Bei der frühkindlichen Erziehung setzten Stahl und sein Team früh auf die Power der Erzieherinnen. Ebenfalls wissenschaftlich begleitet haben heute alle Pädagoginnen in den Kitas eine Zusatzausbildung in der Sprachförderung. Das ist ein Pfund. Ohne dieses Pfund wäre Garbsen jetzt nicht als Standort für das einzige Sprachbildungszentrum im Umland ausgewählt worden. „Es ist alles auf einem guten Weg“, sagt Stahl, „ich kann das beruhigt abgeben.“ Abgeben wird er auch die Bäderfrage. Und darüber ist er gar nicht böse. Er hat seine Meinung, aber die behält er für sich. Er ist eben bis zuletzt ein Loyaler und ein Dienstleister im besten Sinne.

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