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Maestro fordert zum Duett an den Drums

Big-Band-Fest mit Thilo Wolf Maestro fordert zum Duett an den Drums

Frenetischer Applaus für die Big Band Berenbostel und Thilo Wolf: Schüler und Ehemalige liefern nach harten Vorbereitungen am Sonntag ein Jazz-Konzert der Extraklasse. Wolf hatte die Jugendlichen vor Herausforderungen gestellt und sie seit Freitagabend in seiner Sprache trainiert.

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Aufeinandertreffen zweier Unbekannten: Thilo Wolf im Konzert mit der Big Band Berenbostel - am Schlagzeug, am Klavier, am Dirigentenpult, beim Abschied.

Quelle: Markus Holz

Garbsen. Als die Big Band das erste Mal die 16 Arrangements von Thilo Wolf sah, haben die Musiker geschluckt. Alle. Die Joungster, die Profis, der Bandleader Bodo Schmidt. Sie hatten das Bundesfinale Jugend jazzt vor sich, die Sommertournee auf Rügen, Abitur, Prüfungen im Studium und dann noch das. Ein Workshop-Konzert mit Thilo Wolf, dem Mann mit der eigenen Big Band, dem Komponisten, Pianisten und Arrangeur. Ein Hochkaräter in der zeitgenössischen Big-Band-Szene. Was wird das am Ende?

Wolf hat sich das gleiche gefragt. Packen die das? Wer ist das überhaupt, Big Band Berenbostel? Gestatten: Der Bundessieger, die beste amtierende Schul-Big-Band der Republik, extrem erfolgreich und erfahren in Auftritten mit Stargästen. Sie haben Lutz Krajensky, Till Brönner und Jiggs Whigham  durch Konzerte getragen, da werden sie den Wolf auch schaffen.

Und wie sie das schaffen: Wolf feiert am Sonntagabend in der IGS mit einer ihm völlig fremden Big Band ein Jazz-Fest mit Ausflügen in Blues, Rock und Latin, mit einem Feuerwerk aus Klassikern und Wolfs Kompositionen. Was es so schwierig macht für die Musiker: Wolf lässt es krachen. "Jazz muss in den Bauch gehen, nicht in den Kopf. Und da muss er auch herkommen", sagt der Maestro. Darum klingt alles extrem druckvoll, laut und Energie geladen. Die Lippen der Bläser sind am Ende dick und taub. Sie alle haben vor dem Konzert fast 14 Stunden trainiert.

Wolfs Dirigat ist eher arm an Emotionen, seine Moderation wirkt freundschaftlich reserviert, sein Klavierspiel routiniert. Aber er hat dieses Funkeln in den Augen, wenn diese Musik in seinem Bauch ankommt. Wolf hat seit der ersten Probe gespürt, dass die Musiker seinen Nerven treffen, dass sie wissen, welche Sprache er spricht und dass sie Lust haben, diese Sprache zu lernen. Er freut sich auf den Auftritt.

Das Konzert hat viele überraschende Momente und einen ganz besonderen: Als sich Wolf ans Schlagzeug setzt, als die Band den Klassiker Sing Sing Sing anstimmt und der Maestro mit Drummer Niklas Scharnhorst über Minuten ein absolut synchrones Duett an den Trommeln feiert. Umwerfend.

Leider nicht reproduzierbar, nicht aufgezeichnet, nicht wiederholbar. Allein deshalb war es einmalig. Das Publikum verlässt am Ende wie auf ein Zeichen sprunghaft die Komfortzone Stuhl, applaudiert, pfeift, jubelt, ist hungrig nach Zugaben. Wolf und Band schenken den Zuhörern ein Zusatzstück, mehr nicht. Danach braucht der Bauch wieder Ruhe. Wolf hat noch eine Botschaft für den Kopf: "Ich habe noch nie mit einer so jungen so guten Band arbeiten dürfen", sagt er. "Sie haben hier eine Bastion, jemanden, der den Jugendlichen zeigt: Das Leben ist mehr als "Bauer sucht Frau". Das ist Bodo Schmidt. Er lässt sie die Erfahrung machen, dass sie etwas ganz Besonderes leisten können - so wie dieses Konzert."

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Fotostrecke Garbsen: Maestro fordert zum Duett an den Drums

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