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Zukunft des Wohnwinkels ist ungewiss

Altgarbsen Zukunft des Wohnwinkels ist ungewiss

Der Nachbarschaftstreff Wohnwinkel ist sehr beliebt. Doch seine Zukunft ist ungewiss, wenn Vorstandschef Friedrich Niehaus geht. Einen Nachfolger zu finden gestaltet sich als schwer.

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Montagscafé im Wohnwinkel: Senioren pflegen diese Kontaktmöglichkeit. Friedrich-Wilhelm Niehaus führt den Trägerverein seit der Gründung 2010.

Quelle: Flicke

Garbsen. Das Herz des Wohnwinkels sind die Ehrenamtlichen und die Besucher. Das meinen Heike Orthmann von der Pflegeberatung der Region Hannover, die den Treffpunkt als Projektleiterin mit ins Leben rief, sowie Friedrich-Wilhelm Niehaus und Shirley Hellwig vom Vorstand des Fördervereins. Doch die Zukunft ist ungewiss.

„Wenn es Fritz nicht mehr gibt, wird der Wohnwinkel sterben“, sagt Orthmann. Der Vorsitzende des Fördervereins wird nächstes Jahr 80 und möchte sein Amt aufgeben. Das Problem ist, einen Nachfolger zu finden. Viele der Ehrenamtlichen, die Gruppen leiten und Angebote machen, sind bereits selbst im Seniorenalter, auch noch anderweitig engagiert oder trauen sich den Vorstandsposten nicht zu.

„Es ist viel Trauer dabei, wenn ich sehe, dass es nicht weitergehen könnte“, bedauert Orthmann. Ihrer Ansicht nach brauche es für den Erhalt mehr: die Unterstützung seitens der Stadt und der Politik. „Wir haben viel Anerkennung erfahren, aber das Bemühen um den Erhalt vermissen wir“, sind sich die drei Engagierten einig. Die Ehrenamtlichen hätten den Wohnwinkel groß gemacht und aufrecht erhalten.

Sie sorgen für Angebote wie Gesprächskreis, Kreativwerkstatt, Musizieren, Stuhlgymnastik, Spielenachmittage, Klönen und Singen am Markttag, Literaturkreis, Wanderungen und Montagscafé. „Der Renner sind die Denksportgruppen, die als Kurs laufen“, sagt Niehaus. Auf dem Programm stehen auch drei Tagesfahrten im Jahr, Konzert- und Theaterbesuche sowie zwei Basare.

Der Wohnwinkel verbindet Treff und Information. Heike Müller-Schulz, Seniorenbeauftragte der Stadt, bietet professionelle Beratung zu unterschiedlichen für Senioren relevante Themen an. Rund 40 Besucher kommen im Schnitt zum Frühstück mit Vortrag. Heike Orthmann vom Pflegestützpunkt der Region berät jeden Freitag in ungeraden Wochen zu allen Themen rund um Pflege.

Der Wohnwinkel steht allen offen. „Wir sind politisch und religiös neutral“, sagt Niehaus. Sein Raum ist hell und freundlich, aber recht klein, wenn viele Besucher kommen. Eine Vergrößerung sei finanziell nicht zu stemmen, betont Orthmann. Auch eine Ausweitung auf andere Ortsteile wie Berenbostel sei personell und finanziell nicht machbar. „Generell gibt es in den Ortsteilen zu wenige für alle zugängliche Treffpunkte“, meint die Pflegeberaterin. Bedarf bestehe ihrer Ansicht nach, weil viele Senioren nicht mehr so mobil sind.

Die Ehrenamtlichen fangen vieles auf, beobachten, begleiten und geben ihre Erfahrungen an sie weiter. Dann schaut Orthmann, ob jemand Hilfe oder Beratung braucht. Das reicht vom Schwerbehindertenausweis über Wohnungsfragen bis zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Kritisch sieht die Beraterin auch den Umstand, dass es in Garbsen keine barrierefreien Wohnprojekte für ältere Menschen gibt.

Weitere Informationen gibt es unter wohnwinkel-garbsen.de, unter Telefon (0 51 37) 9 83 43 66 oder per E-mail an info@wohnwinkel-garbsen.de.

Förderverein trägt die Idee

Der Wohnwinkel ist aus einem Programm des Bundesfamilienministeriums zur „Beratung und Kooperation für mehr Lebensqualität im Alter“ hervorgegangen. Die Region Hannover hatte sich in der Startphase beteiligt. Der Nachbarschaftstreff wurde 2008 im damaligen Gemeindehaus Altgarbsen eingerichtet. 2009 zog der Wohnwinkel an die Hannoversche Straße 165a um. Als Nachbarschaftsverein fördert er gemeinnützige und soziale Aktivitäten im Alter. Auch Informationsangebote gehören dazu. Als der Zuschuss des Bundes 2010 auslief, stand der Wohnwinkel vor dem Aus, weil die Stadt die Trägerschaft nicht übernahm. Auf Bitten der zahlreichen Besucher gründeten die ehrenamtlich Tätigen im Juni 2010 den Förderverein als Betreiber. Der Wohnwinkel finanziert sich einzig aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Zuwendungen von Sponsoren.

Von Anke Lütjens

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