Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Den Jägerbrief gibt es nicht geschenkt

Gehrden/Ditterke Den Jägerbrief gibt es nicht geschenkt

Die Frage nach der richtigen Waffe für eine Rehjagd bringt Ivo Denden ins Grübeln. Er entscheidet sich für ein Gewehr, prüft Zustand und Sicherheit und zieht in den Wald. Dabei ist der 24-Jährige nicht allein: Er ist einer von 27 Teilnehmern eines Lehrgangs der Jägerschaft Hannover-Land, die sich auf ihre Prüfung vorbereiten.

Voriger Artikel
Beim DRK-Ortsverein Leveste geht es steil bergauf
Nächster Artikel
Eberhard Schmidt bleibt Brandabschnittsleiter

Schädel erlegter Hirsche dienen als Anschauungsobjekt.

Quelle: Carsten Fricke

Ditterke. „Am Graben muss ich die Waffe entladen, um ihn sicher überwinden zu können“, erläutert Ivo Denden. Lehrgangsleiter Uwe Völksen, der die angehenden Jäger seit Oktober auf ihr „Grünes Abitur“ im März vorbereitet, nickt. Wenige Schritte entfernt trifft die Gruppe auf dem Übungsgelände im Wald nördlich von Ditterke auf eine hölzerne Bache und drei Frischlinge. Wieder ist eine Entscheidung gefragt. Denden legt an, zielt auf einen Frischling – und liegt damit richtig. „Grundsätzlich nehmen wir das schwächste Stück Wild aus dem Bestand“, betont Völksen.
Wieder und wieder übt der 49-Jährige mit den Teilnehmern die wichtigsten Schritte beim Umgang mit den Schuss- und Stichwaffen und mahnt energisch auch kleinste Fehler an. „Wenn jemand eine Waffe in die Hand nimmt, muss er sicher sein“, betont Werner Burose, Vorsitzender der Jägerschaft Hannover-Land.
Viel Sicherheit ist nicht nur an der Waffe, sondern auch bei der Kenntnis von Flora und Fauna gefordert. Entsprechend genau fragt Wildtierkunde-Ausbilder Thomas Seel-Schwarze am Infomobil mit etlichen ausgestopften Tieren das Wissen von Max Kannewischer über heimische Arten ab. Wie viele der Teilnehmer, die 15 bis 66 Jahre alt sind, hat der Gehrdener einen familiären Bezug zur Jagd. „Mein Cousin ist Jäger, und ich bin schon zweimal mit ihm rausgegangen. Das fand ich interessant“, sagt der 16-Jährige. Daher habe er sich für den knapp sechsmonatigen Vorbereitungskurs angemeldet, in dem die angehenden Jäger in Theorie und Praxis ausgebildet werden.
Zur Praxis gehört auch das Aufbrechen und Ausweiden erlegter Tiere direkt nach der Jagd. Wesentliche Kenntnisse darüber vermittelt Horst Glauwitz. Als Anschauungsobjekte hat er unter anderem Hirschschädel, Pelze und sogar einen erlegten Dachs dabei. All das kann die Teilnehmer nicht schrecken. „Ich bin schon viel mit meinen Eltern und meinem Opa auf die Jagd gegangen. Es ist ein angenehmes Hobby, finde ich“, sagt Malte Tieke aus Hannover. Ähnlich ist es bei Wiebke Kamrath aus Helmstedt, eine von zwei Teilnehmerinnen des Lehrgangs. „Mein Vater und meine Schwestern haben auch einen Jagdschein – und ich finde es schön, die wilden Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen“, erzählt die 21-Jährige, die Tiermedizin studieren möchte.
Auf die Prüfung für den Jägerbrief, der zum Beantragen eines Jagdscheines berechtigt, fühlt sie sich inzwischen gut vorbereitet. Die Prüfungsinhalte seien allerdings sehr umfangreich. „Der Jägerbrief ist auf jeden Fall nicht geschenkt“, betont sie. Trotzdem oder gerade deshalb sei die Nachfrage angehender Jäger weiter hoch, betont Werner Burose. „Für den Lehrgang 2016/2017 haben wir schon wieder 15 Anmeldungen“, sagt der Jägerschafts-Vorsitzende.

doc6omxjvh7lmveggbfnw6

Fotostrecke Gehrden: Den Jägerbrief gibt es nicht geschenkt

Zur Bildergalerie

Von Carsten Fricke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Gehrden
doc6spuzuimfg5l89ow7d5
Das Weihnachtsdorf funkelt wieder

Fotostrecke Gehrden: Das Weihnachtsdorf funkelt wieder