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Chaos im Stadion und im Seniorenheim

Barsinghausen/Gehrden Chaos im Stadion und im Seniorenheim

Zwei Orte, zwei Szenarien: Rund 120 Mitglieder des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus ganz Niedersachsen haben am Sonnabend in Barsinghausen und Gehrden gemeinsam mit den Stadtfeuerwehren einen Katastropheneinsatz simuliert. Die Ausgangslagen: Massenpanik im Stadion und ein Brand im Seniorenheim.

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Der Einsatz von Pyrotechnik sorgt in dem Übungsszenario für eine Massenpanik.

Quelle: Marcel Sacha

Barsinghausen/Gehrden. Die Schmerz- und Hilfeschreie gingen unter die Haut. „Es tut so weh“, „Warum hilft mir denn keiner?“ oder „Ich will zu meiner Mama“ riefen die etwa 50 Statisten im August-Wenzel-Stadion, während die Rettungskräfte der Feuerwehr und des ASB ihnen zu Hilfe eilten. Was war passiert? Einige der Stadionbesucher zündeten, laut vorgegebenem Szenario, auf den Rängen Bengalische Feuer und Rauchtöpfe. Sie verloren jedoch die Kontrolle über ihre Pyrotechnik und fügten dadurch sich und anderen Zuschauern teils verheerende Brandverletzungen zu. Die Folge: Panik, Chaos und Schmerzen.

Aufgabe der rund 80 Samariter und 40 Feuerwehrleuten war es, Erste Hilfe auf der Tribüne zu leisten, die Zuschauer zu beruhigen, in geordneten Bahnen aus dem Stadion zu führen und anschließend auf dem Parkplatz zu versorgen.

„Das ist ein aktuelles Thema“, sagte ASB-Zugführer Dirk Meinberg. Schließlich komme es jedes Wochenende in deutschen Stadien zum Einsatz von Pyrotechnik – hin und wieder auch in Hannover, wo der ASB bei Heimspielen von Hannover 96 ebenfalls mit rund 40 Einsatzkräften vor Ort ist. Solche Horrorszenarien wie im August-Wenzel-Stadion gab es zwar in der Bundesrepublik bislang noch nicht. Dennoch sei die Einsatzlage „durchaus realistisch“, sagte Meinberg.

Weitaus häufiger tritt der in Gehrden simulierte Einsatz in der Realität ein. Aufgrund eines Feuers musste ein Teilbereich der AWO-Seniorenresidenz evakuiert werden. Anlässlich eines Geburtstages einer fiktiven Bewohnerin kamen die Verwandten zum Gratulieren im Altenheim mit Kuchen vorbei – Kerzen inklusive. Es kam, wie es kommem musste: Ein Kuchenstück mit brennender Kerze fällt vom Teller und entfacht an einer Gardine ein Feuer, das sich schnell ausbreitete.

Zunächst trat die Ortsfeuerwehr Gehrden auf den Plan, die zur Unterstützung ihre Kameraden aus Ditterke alarmierten. Eine Hälfte der 34 Feuerwehrleute brachte die Bewohner der Einrichtung über das Treppenhaus in Sicherheit, während die restlichen Kräfte sich der Brandbekämpfung widmeten. Vor dem Seniorenheim baute derweil der ASB Zelte auf, in denen die Bewohner medizinisch versorgt werden konnten.

Die Verantwortlichen sprachen einhellig von einer gelungenen Aktion. „Für uns war es eine Premiere“, sagte Alexander Stoßberg, stellvertretender Stadtbrandmeister in Gehrden. Eine Wohnheimevakuierung hatte die Stadtfeuerwehr bislang noch nicht geübt. Daher habe er der Anfrage des ASB auch umgehend zugestimmt.

Es war insgesamt erst die dritte Katastrophenschutzübung des Niedersächsischen ASB. Laut Meinberg wurden in der Vergangenheit im Rahmen der Simulationen immer wieder Fehler bei Einsatzablauf gefunden. „Diese wollen wir durch solche Übungen angehen und selbstverständlich ablegen“, sagte er. Darüber hinaus hob er die Kooperation mit den örtlichen Feuerwehren positiv hervor. „Die Zusammenarbeit wird immer besser.“ Dem schloss sich auch der stellvertretende Stadtbrandmeister aus Gehrden an. „Es war eine „Win-Win-Situation“, lautete Stoßbergs Fazit.

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Fotostrecke Gehrden: Chaos im Stadion und im Seniorenheim

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Von Marcel Sacha

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