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Brötchentütenaktion gegen häusliche Gewalt

Gehrden/Ronnenberg/Wennigsen Brötchentütenaktion gegen häusliche Gewalt

Brötchentütenaktion gegen häusliche Gewalt in Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen.

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Gewalt kommt nicht in die Tüte: Marion Weber (von links), Hacer Kirli, Beate Janisch, Christiane Olbrich und Bürgermeister Cord Mittendorf.

Quelle: Rabenhorst

Gehrden/Ronnenberg/Wennigsen. Die Botschaft ist deutlich: „Gewalt gegen Frauen und Kinder kommt nicht in die Tüte“, steht auf den insgesamt 40 000 Brötchentüten, die am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen in zehn Bäckereien in Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen verteilt werden. Durch diese Aktion wollen die Gleichstellungsbeauftragten Christiane Olbrich (Gehrden) und Hacer Kirli (Wennigsen) mit den Leiterinnen des Ronnenberger Frauenzentrums Marion Weber und Beate Janisch eine Sensibilisierung der Bevölkerung erreichen und Betroffenen signalisieren, dass sie nicht allein seien. „Lasst Euch helfen. Verschweigt nicht euer Unglück. Dies ist der erste Schritt“, appellieren sie.
Die Aktion soll Frauen in Not Hilfen aufzeigen. Auf den Tüten stehen die Kontaktdaten hiesiger Beratungsstellen. „Jede 4. Frau in Deutschland wird Opfer häuslicher Gewalt. Häusliche Gewalt kennt kein Alter, Status und Milieuunterschied“, sagte Olbrich.
Die Kampagne wendet sich aber nicht nur an die Betroffenen. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. „Auch Freunde, Verwandte und Nachbarn, die helfen wollen, finden auf den Tüten Informationen“, fügte Olbrich hinzu. „Und weil beim Bäcker alle einkaufen, haben wir die Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen. Sowohl Opfer, Opferangehörige aber auch Täter, denen bewusst werden muss, was sie in den Familien und bei Frauen anrichten“, sagte Olbrich.
„Die Zahlen aus verschiedenen Erhebungen zeigen deutlich, dass geschlechtsspezifische Gewalt, von der Frauen überproportional betroffen sind, weiterhin ein Thema ist, dass es nötig macht, Sensibilität in der Öffentlichkeit zu wecken und Hilfeangebote hervorzuheben“, ergänzte ihre Wennigser Kollegin. So habe der BISS-Verbund Region Hannover im Jahr 2015 Kenntnis von 1541 Fällen häuslicher Gewalt erhalten, davon 1368 Frauen und 173 Männer. In Ronnenberg haben sich im Jahr 2015 insgesamt 55 (Vorjahr 46) Frauen an die Beratungsstellen gewendet, in Gehrden 15 (Vorjahr 9) und in Wennigsen 7 (Vorjahr 4). Hierbei sei zu sehen, dass sich immer mehr Frauen beraten lassen. „Genau deshalb ist es wichtig, Frauen und Männer über die Hilfeangebote in den Kommunen aufzuklären“, fügte Hacer Kirli hinzu, die neben der körperlichen die physische Gewalt besonders hervorhob. „Viele Frauen werden in der Partnerschaft verbal gedemütigt. Das Tragische dabei ist, dass die Frauen dies jahrelang einfach hinnehmen.
Die Organisatorinnen bedanken sich bei den teilnehmenden Bäckereien für die Bereitschaft, an der Aktion mitzumachen. „Das ist nicht selbstverständlich.  Sie zeigen Zivilcourage, indem sie eindeutig gegen Gewalt Stellung beziehen“, sagte Olbrich.

Von Heidi Rabenhorst

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