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Oberschüler drehen Filme für Flüchtlinge

Gehrden Oberschüler drehen Filme für Flüchtlinge

Etwa 200 Jungen und Mädchen der Oberschule haben sich an dem Projekt "Digitale Willkommenskultur" beteiligt. Kurze Videos sollen den Flüchtlingen helfen, sich besser im Alltag zurechtzufinden.

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Oberschüler haben sich am Projekt "Digitale Willkommenskultur" beteiligt und Erklärvideos für Flüchtlinge produziert.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Für Henry ist es überhaupt keine Frage: „Wir müssen die Menschen aus anderen Ländern aufnehmen und sie integrieren“, sagt der 15-Jährige. Gemeinsam mit etwa 200 Acht- und Neuntklässlern der Oberschule Gehrden hat er an dem von der Region geförderten Projekt „Digitale Willkommenskultur“ teilgenommen.

„Wir wollen, den Flüchtlingen den Alltag erleichtern“, sagt Lehrerin Helene Hagenloch – mit Hilfe von kurzen Videos, die die Schüler selbst produziert haben. Aufgegriffen wurden Themen, die für jeden Deutschen selbstverständlich seien, die Neuankömmlinge aber vor große Probleme stellen wie der Besuch beim Arzt, die Mülltrennung, die Busfahrt, das Pfandgeld, der Einkauf im Supermarkt oder das Schulsystem. Die filmischen Sequenzen sind in Sprachen wie Kurdisch, Persisch und Arabisch übersetzt worden. Die mehr als 15 Videos sollen in einigen Monaten auf Youtube abrufbar sein.

Die jugendlichen Filmemacher waren mit viel Fantasie und großem Engagement bei der Sache. So wie Maylena und Finja. Die beiden 15-Jährigen gehörten einer Gruppe an, die den Film „Busfahren leicht gemacht“ erstellt hat. Es sei wichtig, dass die Menschen wissen, wie sie von A nach B kommen, beschreibt Finja ihre Motivation. Das anfängliche Problem: „Es war gar nicht so einfach, einen Busfahrer zu finden, der das Filmen erlaubt“, sagt Maylena. In dem kurzen Video mit arabischem Untertitel geht es um das Lesen eines Fahrplans, das Kaufen des richtigen Tickets, das Verhalten im Bus bis hin zum Stoppzeichen als Signal, das dem Busfahrer zeigt, dass der Fahrgast an der nächsten Haltestelle aussteigen will. Auch Henrys Gruppe hat ein Erklärstück zum Busfahren produziert – auf kurdisch. So etwas sei wichtig. „Ich habe selbst erlebt, wie unwissend viele Flüchtlinge dabei sind“, sagt er.

Die Initiative kam von der Freiwilligen-Agentur „Freiraum“. Und Anne Dobiey ist begeistert. „Es war eine tolle Zusammenarbeit mit vielen Ideen“, sagt sie. Der Verein stand den Schülern beratend zur Seite und unterstützte sie unter anderem mit Dolmetschern.

Das Projekt soll fortgesetzt werden. Und zwar im sechsten Jahrgang der Oberschule. Es sei wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche frühzeitig mit dem Thema Flüchtlinge auseinandersetzen und dafür sensibilisiert werden, sagt Hagenloch.

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