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Einstellungstests ohne Risiko

Gehrden Einstellungstests ohne Risiko

An der Oberschule Gehrden haben 110 Neuntklässler an einem Bewerbungstraining teilgenommen - unter möglichst realistischen Bedingungen.

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Konzentriert: Oberschüler bauen eine Brücke aus Papier im Assessment-Center.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Maximilian schaut irritiert. Auch sein zweiter Versuch scheitert. Ein wenig ratlos geht der 16-Jährige zurück an seinen Platz. "Fragen werden jetzt nicht beantwortet", hat ihm Christoph Creutzig zuvor mitgeteilt. Creutzig von Pro Beruf betreut das Assessment-Center - eine Station eines Workshops, in dem die Neuntklässler der Oberschule auf Vorstellungsgespräche und Bewerbungsszenarien vorbereitet werden. Im Assessment-Center müssen die Jugendlichen in kleinen Gruppen aus Papier und Pappe eine Brücke bauen. Creutzig schaut genau hin und beobachtet die Schüler. Was die nicht wissen: Der Weg ist das Ziel. Es kommt nicht darauf an, wie das Ergebnis ist, sondern wie sie sich in der Gruppe verhalten. "Damit wird die Teamfähigkeit getestet", sagt Creutzig. Sie wüssten nicht, dass sie persönlich beurteilt werden. Dieses Auswahlverfahren sei bei großen Unternehmen üblich. Dabei werde in Kauf genommen, dass die Schüler verunsichert sind. Beispiel: Eigentlich sollten die Jungen und Mädchen 30 Minuten für die Bastelarbeit Zeit haben, plötzlich reduziert Creutzig auf 20 Minuten. Eine neue Situation, die spürbar Stress auslöst.

Creutzig achtet genau darauf, wie sich die Jugendlichen bei dem Termin verhalten. Die Übung an der Oberschule solle so realistisch wie möglich sein. "Auch die Arbeitgeber machen Druck", sagt Creutzig. "Dann reicht es schon, wenn einer bei den Erläuterungen vorblättert, um aus der Runde auszuscheiden", sagt Creutzig. Soziales Verhalten, Konzentrationsfähigkeit, Fach- und Allgemeinwissen sowie Problemlösungskompetenz sind wesentliche Kriterien.

Für Ute Woll sind solche "Übungen ohne Risiko" eine wichtige Grundlage für die Vorbereitung auf die Zeit nach dem Schulabschluss. Neben einem Assessment-Center stehen bei dem Workshop Einstellungstests mit Vertretern zahlreicher Unternehmen auf dem Programm. Zudem sind Ausbildungsbotschafter der IHK zu Gast, die die Jugendliche informieren. "Die Schüler bekommen Tipps zu den Verhaltensweisen bei Vorstellungsgesprächen", sagt Woll. Auch Bewerbungsmappen, die die Schüler im Vorfeld angelegt haben, werden besprochen. Ein direktes Feedback sei wichtig und wirke nachhaltig, meint Woll,  die als Mitarbeiterin von Pro Beruf seit 2009 Schüler in Gehrden unterstützt, selbständig ihren Weg ins Berufsleben zu finden.

Berufsorientierung ist ein Schwerpunkt der Oberschule. Mit Ute Woll und der Ausbildungslotsin Ute Wackerhagen stehen den Schülern zwei Expertinnen beratend zur Seite. "Wir machen Übergangsmanagement", sagt Woll. Das Ziel sei es, mit den Jugendlichen einen Plan für die Zeit nach der Schule zu erarbeiten. Nicht einfach, weiß Wackerhagen: "Viele haben Angst vor einer Ausbildung, zumal sie oft noch sehr jung sind."  Deshalb sei es wichtig, dass es in der Schule eine Anlaufstelle gibt, an die sich die Schüler wenden können.

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