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Spielzeug ist das älteste Fundstück

Gehrden Spielzeug ist das älteste Fundstück

Ein Spielzeug, das einen Reiter auf einen Pferd zeigt, ist das Prunkstück der archäologischen Untersuchungen auf dem Gelände des ehemaligen Rewe-Marktes an der Kirchstraße. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert.

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Archäologin Ute Bartelt zeigt den Reiter mit Pferd. Das Spielzeug stammt aus dem 14. Jahrundert.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Wenn das keine Motivation ist. „Ich habe versprochen, dass ich einen ausgebe, wenn wir Stücke aus dem 11. Jahrhundert finden“, sagt die Archäologin Ute Bartelt. Ziel sei es, unter der Erde bis ins 12. Jahrhundert vorzustoßen. Die Besiedlung reiche mindestens bis dahin zurück, sagt die Archäologin. Fakt ist, dass Gehrden 1298 die Privilegien eines Fleckens mit Marktfunktion, Braurecht, eigener Gerichtsbarkeit und Befestigungsrecht erhielt.

Seit sechs Wochen untersuchen Mitarbeiter einer Grabungsfirma die etwa 4000 Quadratmeter große Fläche im Ortskern. „Das ist aus archäologischer Sicht ein hochsensibler Grund“, sagt Bartelt. Es sei die erste Grabung, die sich mit der Siedlungsgeschichte und Siedlungsentwicklung der Stadt befasse.

Das Grabungsteam arbeitet sich langsam in die Tiefe vor – vermutlich bis auf 3,50 Meter. Freigelegt wurden bislang Mauerzüge, Sandsteinblöcke und Fundamente. Fest steht, dass auf dem Areal an der Kirchstraße ab dem 16. Jahrhundert eine Hofstelle der Familie Garbe eingerichtet wurde. Auf einer Karte aus dem Jahr 1853 ist das Gehöft noch eingezeichnet. Gefunden wurde eine verzierte Kachel – vermutlich aus dem 17. Jahrhundert, und ein Hinweis auf die soziale Stellung des Bewohners. „Der Eigentümer der Hofstelle war wohlhabend“, sagt Bartelt.

Mit Hilfe der Karte konnten die Archäologen nachvollziehen, dass auf dem Grundstück auch eine Scheune gestanden hat. Bodenverfärbungen deuten aber darauf hin, dass darunter ein Keller angelegt worden sein muss. „Und eine Scheune wird nicht unterkellert“, sagt Bartelt. Der Schluss: Es muss vorher an der Stelle ein Wohnhaus gestanden haben. Vermutlich im 17. Jahrhundert ist der Keller verfüllt worden. „Es ist aber unklar, wann das Gebäude errichtet worden ist“, sagt Bartelt. Vielleicht im Spät- oder Hochmittelalter. Dort fanden die Grabungsmitarbeiter den aus Ton gebrannten Reiter mit Pferd.

Auf dem ehemaligen Supermarktgelände an der Kirchstraße soll ein Gebäudeensemble mit 35 Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage entstehen. Bauherrin ist die Projektentwicklung HRG & Sänger Objekt. 2018 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

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Fotostrecke Gehrden: Spielzeug ist das älteste Fundstück

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