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Autorin und Schülerin formen Außerirdische

Gehrden Autorin und Schülerin formen Außerirdische

Die Wennigser Angela Haubrich hat ein Kinderbuch erstellt, die 13-jährige Leila Zakkar aus Gehrden hat sie mit Comic-Illustrationen dabei unterstützt. "Außerirdisch Hoch Zwei" lautet der Titel. Wie Autorin und Schülerin zusammengefunden haben, ist ebenfalls außergewöhnlich.

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Angela Haubrich (großes Bild, links) hat ein Buch geschrieben, in dem Leila Zakkar für die Illustrationen gesorgt hat. Dass sie Comic-Figuren zeichnen kann, wissen auch ihre Klassenkameraden - so sieht es im Raum bei der 8c aus (kleines Bild). Hartung/privat

Quelle: Stephan Hartung

Gehrden. Das Buch war fertig. Aber es fehlte noch etwas – die richtigen Illustrationen für das Kinderbuch „Außerirdisch Hoch Zwei“. Denn die Hauptfiguren Kreti und Pleti waren ziemlich gesichtslos. „Ich habe dafür einen Illustrator gesucht“, erinnert sich Angela Haubrich. Die Buchautorin bekam schließlich einen Tipp von der eigenen Tochter. In der Klasse 8c der Oberschule Gehrden, berichtete ihr Nicole, sei ein Mädchen namens Leila. Die könne super zeichnen, hat sogar die Wand im Klassenraum mit tollen Comic-Figuren verziert.

Haubrich nahm Kontakt auf und war begeistert. Denn sie suchte Zeichnungen im Stil von Comic und Cartoons, ließ sich Skizzen schicken. „Der jugendliche Elan von Leila hat mir imponiert. Wir haben uns einfach gefunden.“ Das aktuelle Buch ist nach zwölfmonatiger Arbeit im Verlag „Twenty Six“ erschienen, erhältlich im Internet oder im klassischen Buchhandel. Auf 68 Seiten, darunter 20 Illustrationen, gibt es kindergerecht die Abenteuer von Kreti und Pleti zu lesen. Sie leben auf dem Planeten Zenta-Tatter-Topia, mittels eines fliegenden Flummis können sie sich auf Zeitreisen begeben – versehentlich landen sie auf der Erde.

Das künstlerische Talent von Leila ist nicht nur in der Schule bekannt, wo manche Klassenkameraden sie auch schon mal um Hilfe bitten. „Meine Eltern finden das toll und sagen, dass ich mit dem Zeichnen weitermachen soll“, berichtet die 13-Jährige. Und auch wenn sie noch Zeit hat und die Schule erstmal vorgeht – beruflich kann sie sich das vorstellen. „Ich habe schon als Kind gern Strichmännchen gemalt. Später würde ich gern etwas Kreatives machen“, sagt Leila, die jedoch weiß, „dass ich mich noch verbessern muss, ich versuche viel über das Internet zu lernen, wie man am besten Striche und Farben einsetzt“.

Und der zweite Band entsteht bereits. „Natürlich arbeiten wir weiterhin zusammen“, sagt Angela Haubrich. Sie kümmert sich aktuell darum, für das kommende Abenteuer von Kreti und Pleti mittels eines Literatur-Agenten einen größeren Verlag zu finden. Vielleicht eine gute Idee: Denn für die beiden Außerirdischen beginnt jetzt der Ernst des Lebens, sie haben die Grundschule hinter sich.

Warum eigentlich Außerirdische als Helden? „Meine kleine Tochter hatte fürchterliche Angst vor Außerirdischen“, berichtet Haubrich – und erfand die Hauptfiguren. Die Geschichte hat sie nun Melissa vorgelesen, seitdem hat die Fünfjährige keine Furcht mehr vor Außerirdischen.

 
Das ist das Duo

Vergangenheit in Syrien? Nein, das muss nicht immer ein Flüchtling sein. Leila Zakkar (13) ist in Damaskus aufgewachsen. Sie besuchte dort eine französische Privatschule. Ihre Mutter ist in Deutschland geboren, Leila besitzt selbst auch einen deutschen Pass. Im Jahr 2011 reiste die Familie aus und kam nach Hannover, wo die Großeltern leben. Leila wohnt in Gehrden und besucht die 8. Klasse der Oberschule. Sie spricht vier Sprachen fließend: Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch.

Angela Haubrich hat an einer Autorenschule eine zweijährige Ausbildung absolviert. Sie schreibt Kinderbücher, Kurzgeschichten und Frauenromane. Der Job als Autorin ist für sie ein zweites Standbein, außerdem arbeitet sie in der Verwaltung der Evangelischen Kirche Deutschland. Haubrich lebt in Wennigsen, sie ist 47 Jahre alt und hat zwei Töchter.

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Von Stephan Hartung

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