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Bauarbeiter fordern mehr Lohn

Gehrden Bauarbeiter fordern mehr Lohn

Zehn Bauarbeiter haben an der Robert-Koch-Straße ihre Mittagspause genutzt, um mit Vertretern der IG Bau eine Lohnerhöhung von 5,9 Prozent einzufordern. Wenige Stunden vor der nächsten Verhandlungsrunde protestierten sie mit Bannern und Schildern gegen das Arbeitgeber-Angebot von 1,3 Prozent.

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Der stellvertretende IG-Bau-Regionalleiter Kai Schwabe (rechts) protestiert gemeinsam mit den Beschäftigten einer Baustelle an der Robert-Koch-Straße sowie mit Gewrkschaftsvertretern gegen das Angebot der Arbeitgeberseite.

Quelle: Carsten Fricke

Gehrden. "Das Angebot von 1,3 Prozent ist eine Frechheit und kommt einer Provokation gleich", sagte Kai Schwabe, stellvertretender Regionalleiter des IG Bau-Bezirksverbands Niedersachsen-Mitte. "Wir erwarten eine deutliche Steigerung, sonst werden wir zu anderen Mitteln greifen", kündigte er an.

Da aktuell die Friedenspflicht gilt und Arbeitsniederlegungen daher nicht erlaubt sind, nutzten die Beschäftigten der Baustelle an der Robert-Koch-Straße, an der sie ein Mehrfamilienhaus bauen, ihre Mittagspause, um kurz vor der vierten Tarifgesprächen in Wiesbaden ihren Unmut kund zu tun. Dass es ausgerechnet in Gehrden zu einem Ausstand kam, ist eher Zufall. "Die Kollegen sind in der Gewerkschaft sehr aktiv", begründete Schwabe die Wahl der Gehrdener Baustelle für die Aktion. Ähnliche Proteste organisiere die IG Bau seit voriger Woche bundesweit.

"Das sind insgesamt mehrere tausend Beschäftigte am Bau, die in der gesamten Republik protestieren", sagte Schwabe. So würden gleichzeitig unter anderem Bauarbeiter in Wettbergen gegen das "Mini-Angebot" der Arbeitgeber eintreten. "Die Bauwirtschaft boomt, die Auftragsbücher sind voll. Da ist es nur gerecht, zu sagen, wir wollen ein faires Angebot", meinte Schwabe. "Wenn das Bauhauptgewerbe schon die Wirtschaftslokomotive ist, dann sollen auch die Beschäftigten ein Stück vom Kuchen abbekommen", sagte IG-Sprecher Ralf Djuren.

Zusätzlich zum Lohn-Plus von 5,9 Prozent fordert die IG Bau für Auszubildende 100 Euro pro Monat und Ausbildungsjahr mehr und eine Angleichung der Löhne in Ost- und Westdeutschland. Außerdem sollen die Arbeitgeber künftig bei weiter entfernten Baustellen die Unterkunft stellen, und Heiligabend und Silvester als freie und bezahlte Tage festgeschrieben werden. 

Von Carsten Fricke

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