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Boxen ist auch Frauensache

Gehrden Boxen ist auch Frauensache

Boxen ist etwas für schwere Jungs. Das war einmal. Heute betreiben auch Frauen den Kampfsport. Zum Beispiel beim SV Gehrden.

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Gehrden. „Boxen ist das ultimative Ganzkörper-Workout“, verrät Solveig Kälble. Mit jedem Schlag werden Schultern, Bizeps, Trizeps, Brust und Rücken trainiert. „Beim Ducken und seitlichen Ausweichen werden die Tiefenmuskulatur der Körpermitte, die seitlichen Bauchmuskeln und der untere Rückenbereich beansprucht“, fügt ihre Sparringspartnerin Georgia Loukidis hinzu. Auch Katja Meyer ist mit großem Eifer dabei. „Dabei kann man sich so richtig auspowern“, erzählt sie. Aber beim Boxen geht es nicht nur um körperliche, sondern auch und mentale Kraft: „Kein anderer Sport gibt gerade Frauen die Stärke, sich in die erste Reihe zu stellen und hart durchzugreifen und zwar in allen Bereichen des Lebens“, sagt Trainer Lukas Loukidis. Kaum etwas steigere das Selbstbewusstsein mehr, als zu wissen, dass man ein Kämpfer sei.

Trainiert wird die Gruppe von Lukas Loukidis. Momentan beteiligen sich sechs Frauen an den Übungseinheiten, die montags und freitags ab 17.30 Uhr im Sportcenter an der Langen Feldstraße stattfinden. Ziel des Trainings sei es unter anderem Ausdauer, Willenskraft, Schnelligkeit, Reaktionsvermögen und hohes Selbstbewusstsein zu erlangen, sagt Lukas Loukidis.

Vor mehr als zwei Jahren hat der SV Gehrden die Sparte in den Verein aufgenommen – und den Verantwortlichen geht es dabei weniger um sportliche Erfolge. Ganzkörpertraining gekoppelt mit respektvollem Umgang miteinander stehe im Vordergrund. Jugendlichen und Kindern sollen Grundwerte wie Respekt und Toleranz vermittelt werden. Auch Vorstandssprecher Rolf Meyer wirbt für das Projekt. „Boxen dient der Persönlichkeitsstärkung, dem Aggressionsabbau und der Integration“, sagt er.

Dennoch: Bis die Box-Sparte sich etablieren konnte, war ein ganzes Stück Aufklärungsarbeit zu leisten. Viele glauben, den Sport würden nur Schläger ausüben. „Wir wollen vor allem Jugendliche für den Boxsport begeistern“, sagt der Trainer. Sie sollen ihre Aggressionen nicht auf der Straße, sondern in der Sporthalle am Sandsack ausleben. Für ihn ist Boxen deshalb auch ein soziales Projekt. „Die Heranwachsenden lernen Respekt, Fairness und Disziplin“, sagt Lukas Loukidis.

Von Heid Rabenhorst

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