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Gleichstellung auf Sparflamme

Gehrden Gleichstellung auf Sparflamme

Der Bericht der Gleichstellungsbeauftragten in Gehrden liegt vor. Es gibt kleine Fortschritte. Den Grünen reicht das nicht aus. Politik und Verwaltung werden aus ihrer Sicht nach wie vor zu sehr von Männern dominiert.

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Christiane Olbrich ist seit 2010 die Gleichstellungsbeauftragte in Gehrden.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Mit der Gleichstellung ist das so eine Sache. Alle fordern und wollen sie, doch so richtig investieren will niemand in das Thema. Zehn Stunden in der Woche stehen der Gleichstellungsbeauftragten Christiane Olbrich in Gehrden zur Verfügung. Dass dies nicht ausreicht, betonen speziell die Grünen seit Jahren. "Bei zehn Wochenstunden können nicht das gesamte Rathaus und die Stadt Gehrden bewegt werden – und das, obwohl die Gleichstellungsbeauftragte sehr gern ganztags arbeiten möchte", meint Eva Kiene-Stengel.

Schwerpunkte von Olbrichs Arbeit sind die häusliche Gewalt, Trennung und Scheidung sowie der Wiedereinstieg in den Beruf. „Ich mache aber nur eine Erstberatung“, sagt sie. In ihrer Arbeitszeit könne sie oft nur Mails bearbeiten und beantworten, berichtet Olbrich, die seit 2010 Gleichstellungsbeauftragte in Gehrden ist. Nicht zuletzt deshalb kündigte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Heinz Strassmann, an, auf eine Erhöhung der Stundezahl zu drängen. Der Widerstand für diese Forderung ist ihm allerdings gewiss. "Das ist mit uns nicht zu machen", betont Hilmar Rump (FDP).

Und so sind die Fortschritte in puncto Gleichstellung seit 2013 eher marginal. Es gibt es laut Olbrich mehr Männer in der Kinderbetreuung und mehr Frauen im Bauamt. Und auch die Vollzeitbeschäftigung bei Frauen in der Verwaltung habe sich erhöht, sagt Olbrich. Außerdem: Die Stadt Gehrden habe durch Umstrukturierungen im Personalbereich einige Frauen in Führungspositionen gehoben. Die Fachbereichsleitungen allerdings sind nach wie vor eine Männerdomäne.

Für Kiene-Stengel ist die Politik gefordert, dass Thema ernst zu nehmen und Gleichstellung auch zu praktizieren. 31 Prozent der Ratsmitglieder in Gehrden sind Frauen. Das liegt zwar über dem Regionsschnitt (21 Prozent), aber für Kiene-Stengel das dennoch zu wenig. Das eigentlich Erschreckende aber sei, dass den Fachausschüssen ausschließlich Männer vorsitzen und dass sämtliche Fraktionen von Männern geführt werden. "Und an dieser Stelle können wir Einfluss nehmen, und werden Einfluss nehmen", sagt die Grüne.

Abgesehen davon muss sich die Gleichstellungsbeauftragte seit einiger Zeit mit einem neuen Problem in ihrem Arbeitsalltag befassen. Der Umzug in ein neues Büro direkt an der Kirchstraße, das mit großen Fenstern ausgestattet, halte die Frauen von einem Besuch ab. "Sie sitzen dort regelrecht auf dem Präsentierteller", moniert Olbrich.

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