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Ditterker streiten um ihr Internet

Ditterke Ditterker streiten um ihr Internet

Eigentlich wollte Marco Braune-Frehse nur zehn Minuten reden. Dann wurde eine Stunde daraus. Immer wieder musste der Projektmanager des Netzbetreibers Avacon dem guten Dutzend Ditterkern bei der Ortsratssitzung Rede und Antwort stehen. Sie beklagten das mangelnde Angebot an leistungsstarkem Internet.

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Das Interesse an der Ortsratssitzung in Ditterke ist groß.

Quelle: Oehlschläger

Ditterke. Inzwischen sei auch in Ditterke eine Geschwindigkeit von mehr als 16 Megabit pro Sekunde bei der Datenübertragung möglich, sagte Projektleiter Johannes Buning vom Telekommunikationsunternehmen Northern Access. Im Falle des Autohauses Blank habe er erst kürzlich 25 Megabit pro Sekunde freigeschaltet.

Vertrauen ist zerrüttet

Besänftigen konnte er die Ditterker damit jedoch nicht. "Selbst 50 Megabit sind keine Option für die Zukunft", sagte Ortsbürgermeister Ralf Wegmann. Zu schnell werde auch diese Marke von den zeitgemäßen Ansprüchen wieder überholt. "Es ist im Moment noch nicht umsetzbar, dass jeder Haushalt hier einen Glasfaseranschluss bekommt", hielt Buning dagegen. Um diesen Schritt machen zu können, müssten erst weitere Ditterker Kunden bei seinem Unternehmen werden. 

Viele der anwesenden Bürger gaben an, vom Preis abgeschreckt zu werden, den Northern Access ihnen anbiete. Sie bezögen derzeit langsamere Verbindungen von größeren Anbietern, allerdings zu deutlich günstigeren Konditionen. Mehrere Bürger berichteten, ihre Anbieter würden allerdings die Mühe nicht auf sich nehmen, das Netz in den ländlichen Regionen auszubauen. So bleibt Northern Access im Ortsteil das einzige Unternehmen, das derzeit schnelles Internet bereitstellt. Die Bürger haben allerdings nur noch wenig Vertrauen: Seit knapp fünf Jahren plant der Telekommunikationsanbieter, auch in Ditterke eine schnelle Internetverbindung zu ermöglichen. Eine gelungene Umsetzung steht bisher noch aus. 

Bürger zahlen Netzausbau mit

"Sie müssen einen angemessenen Produktpreis anbieten, dann können sie auch wieder Kunden gewinnen", urteilte Gehrdens Wirtschaftsförderer Nurettin Demirel. "Nehmen Sie diese Botschaft der Bürger mit." Darauf erntete er Applaus von den Zuhörern. "Wenn wir nicht das Ziel hätten, hier zu wachsen, hätten wir den Ausbau hier nicht gemacht", wehrte sich Buning.

Dabei stand ihm auch Braune-Frehse zur Seite: "Der Netzinfrastrukturausbau ist nicht umsonst", sagte der Avacon-Mitarbeiter. Es müsse bedacht werden, dass die Verlegung von Glasfaserkabeln und die dazugehören Tiefbaumaßnahmen kostspielig seien und auch durch die Gebühren der Telekommunikationsanbieter refinanziert würden. 

Mehr aus dem Ortsrat:

Der Ortsrat sprach sich bei vier Jastimmen und einer Enthaltung dafür aus, keine Ausnahmegenehmigung für eine Spielhalle in einer leerstehenden Lagerhalle an der Bundesstraße zu erteilen. Er wünsche dem Eigentümer, dass er sich rasch eine andere Lösung finde, sagte Ortsbürgermeister Ralf Wegmann. Interessenten sollen sich bei ihm melden oder sich an den Ortsrat wenden. 

Einstimmig wurde die Empfehlung ausgegeben, dem Autohaus Blank den Bau einer neuen Übergabestation für Neuwagen zu ermöglichen. Der Mutterkonzern schreibt dafür vor, ein 70 Quadratmeter großes Gebäude zu errichten. Um den vorgeschriebenen Mindestabstand von acht Metern zur Bundesstraße nicht mehr einhalten zu müssen, wird empfohlen, den Bebauungsplan für dieses Vorhaben zu umgehen. 

Der Spielplatz in Ditterke bleibt bis auf weiteres gesperrt, wie Ortsbürgermeister Wegmann mitteilt. Dort sind die umliegenden Bäume von einem Pilz befallen worden. Sollte ein beauftragter Prüfer die Bäume wieder als gesund erachten, würde die Anlage umgehend wieder freigegeben werden. Möglich sei jedoch auch, dass sie gefällt werden müssten, sagte Wegmann.

Von Nils Oehlschläger

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