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Menschenkette soll Neubaupläne stoppen

Gehrden Menschenkette soll Neubaupläne stoppen

Neue Protestbewegung: In der Gehrdener Bevölkerung formiert sich massiver Widerstand gegen den geplanten Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses auf dem Markplatz. Die Bürgerinitiative "Wir sind Gehrden" will die Stadt mit einer Unterschriftensammlung und einer Menschenkette zum Umdenken bewegen.

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Um zu verhindern, dass auf dem Marktplatz südlich des baufälligen Bratsch-Hauses bis an den Rand des Ratskellers eine bebaubare Fläche entsteht, wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative Unterschriften sammeln und mit einer Menschenkette die Baudimensionen veranschaulichen. Ziel der Gruppe um die Initiatoren Wolfgang Liese (siehe Bildergalerie, links) und Hartmut Weimar ist ein Marktplatz mit viel Freiraum - so wie auf einer Zeichnung aus dem Mittelalter an der Wand des Ratskellersaales.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Die Diskussion um den geplanten Abriss des sogenannten Bratsch-Hauses und den von der Grundstücksbesitzerin gewünschten Bau eines größeren Gebäudes an gleicher Stelle zieht immer weitere Kreise. Im Rastkeller haben sich mehr als 40 Bürger getroffen, um mit Vertretern der neuen Initiative "Wir sind Gehrden" darüber zu beraten, wie sich die Neubaupläne verhindern lassen. Die Veranstaltung war nur etwa 30 Minuten alt, da fasste ein Besucher die nahezu einhellige Meinung zusammen: "Vor die Kirche gehört gar nichts hin", sagte ein älterer Herr und erntete dafür lauten und trotzigen Applaus.

Es war eine leidenschaftlich geführte Debatte mit vielen engagiert vorgetragenen Wortbeiträgen und einer deutlichen Botschaft: Die Bürgerinitiative lehnt eine Verkleinerung der freien Marktplatzfläche entschieden ab. Die Stadt soll Abstand von ihren Plänen nehmen, mit einem möglichen Verkauf des kommunalen Grundstücks im Süden des baufälligen Bratsch-Hauses die Voraussetzungen für den Bau eines größeren Gebäudekomplexes zu schaffen. Der anlässlich der weiteren Innenstadtsanierung neu aufzustellende Bebauungsplan müsse so gestaltet werden, dass er dem Bürgerwillen entspreche, sagte Veranstaltungsleiter Hartmut Weimar.

Die Initiative ist sich einig: Abriss des maroden, aber nicht mehr denkmalgeschützten Bratsch-Hauses? Ja! Neubau? Nein! "So entsteht ein Platz zum Spielen für unsere Kinder, für unseren Wochenmarkt, ein Platz für unsere Feste. Unser Marktplatz wird zu einem lebendigen Treffpunkt für uns alle", so lautet eine Textpassage im sogenannten Manifest der Gruppe. Bei dem etwa eineinhalbstündigen Treffen kamen etliche Vorschläge für Aktionen. Die Initiative, deren Sympathisanten überwiegend im Seniorenalter sind, will alle Möglichkeiten in die Waagschale werfen, um die Kommunalpolitiker zum Umdenken zu bewegen. Längst haben die Initiatoren auch Kontakt zu Rechtsberatungen aufgenommen. Die Vorschläge gehen bis hin zum Erwerb möglicher Marktplatzflächen durch die Initiative über Bruchteilgemeinschaften - auch um die Eigentümerin des Bratsch-Hauses von ihren Plänen abzubringen und zu entschädigen.

Aber: Der Initiative läuft die Zeit davon. Die nächste Sitzung des Ausschusses für Bau- und Städteplanung ist bereits am 14. November. Bis dahin wollen sich die Mitglieder mehr Gehör verschaffen und in der Bevölkerung um Unterstützung werben. Um das Verfahren für die Aufstellung des neuen B-Planes so zu beeinflussen, dass keine Voraussetzungen für einen größeren Neubau geschaffen werden, sollen bis zur Sitzung mindestens 500 Unterschriften gesammelt und dort übergeben werden. "Wir müssen das Gefühl vermitteln, dass wir einen großen Teil der Bürger repräsentieren", sagte Mitinitiator Wolfgang Liese. Es müsse Druck aufgebaut, um die Politiker zu beeinflussen. "Wir müssen den B-Plan stoppen", rief ein Bürger.

Unterstützung bekam die Initiative von der Vorsitzenden des Bauausschusses, Eva Kiene-Stengel. Die Grünen-Ratsfrau begrüßte den geplanten Besuch der Gruppe im Ausschuss. "Melden Sie sich zu Wort, alles ist noch offen", sagte sie. Die Initiative drückt nun auf' s Tempo. Am Sonnabend, 14. Oktober, will sie vormittags auf dem Marktplatz an einen Informationsstand um Unterschriften bitten und mit einer Fotomontage die Vorteile eines großzügigen Platzes veranschaulichen. Für Aufsehen soll um 11 Uhr eine Aktion mit Seltenheitswert sorgen. "Wir wollen mit einer Menschenkette die Dimensionen der im Entwurf ausgewiesenen bebaubaren Fläche markieren", sagte Liese gestern. Mehr als 100 Gehrdener haben das Manifest der Initiative bereits unterzeichnet.

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Fotostrecke Gehrden: Menschenkette soll Neubaupläne stoppen

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