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DFB-Chef Grindel würdigt das Ehrenamt

Northen / Lenthe DFB-Chef Grindel würdigt das Ehrenamt

Der Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel, hat dem SV Northen-Lenthe einen Besuch abgestattet und dabei den unverzichtbaren Beitrag von Ehrenamtlichen im Amateurfußball gewürdigt. Seine Botschaft: Ohne freiwillige Helfer an der Basis keine Spitzenleistungen im Profifußball.

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Die Nachwuchskicker des SV Northen-Lenthe überreichen DFB-Chef Reinhard Grindel (Mitte) gemeinsam mit dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Spieker und Bernhard Schader ein Vereinstrikot mit persönlichem Namenszug.

Quelle: Ingo Rodriguez

Northen / Lenthe. Im Sportheim an der Lenther Linde herrschte schon ein dichtes Gedränge, da war der prominente Ehrengast noch nicht einmal angekommen. Pünktlich um 18.30 Uhr war es dann aber soweit – als eine Nobelkarosse mit Stuttgarter Kennzeichen auf den Parkplatz an der Lenther Linde rollte, gesteuert vom Chef des weltweit größten Sportfachverbandes. Kein Chauffeur? „Ich fahre selbst, der DFB muss sparen“, sagte Grindel beim Aussteigen augenzwinkernd. Er sei gerade erst von einem Treffen mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles aus Berlin am Hauptbahnhof in Hannover angekommen und wolle abends zu seiner Familie nach Rothenburg fahren.

Der DFB-Chef war auf Einladung und über persönliche Kontakte des CDU-Stadtverbandes zum SV Northen-Lenthe gekommen. Und sein erster Weg führte ihn auf den Rasenplatz, um bei leichtem Nieselregen und Flutlicht das Schautraining der Kreisklassenkicker zu beobachten. „Wie viele Plätze und Mannschaften habt Ihr? Wird der Rasenplatz arg strapaziert?“ Grindel erkundigte sich schon bei der Begrüßung durch den CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Spieker und Vereinschef Bernhard Schader sehr gewissenhaft über den Gastgeber.

Nach einer kurzen Begrüßungsrunde war es dann der DFB-Chef selbst, der die Initiative übernahm. In einem rund 25-minütigen Vortrag überbrachte er eine klare Botschaft: „Ich besuche regelmäßig kleinere Vereine, weil ich mir Hinweise über die alltäglichen Probleme an der Basis erhoffe“, sagte Grindel. Denn: Die Zukunft des Fußballs hänge davon ab, dass man Kinder und Jugendliche vom hohen Stellenwert eines Lebens jenseits von Handys und Spielekonsolen überzeuge. In einer digitalisierten Welt sei es für den Nachwuchs unverzichtbar, über persönliche Kontakte und gemeinschaftsfördernde Mannschaftssportarten soziale Kompetenzen zu erwerben. „Dafür ist das Ehrenamt der Dreh- und Angelpunkt. Und um dafür die Rahmenbedingungen zu schaffen, bin ich DFB-Präsident geworden.“

Grindel skizzierte Bemühungen des DFB, bessere Bedingungen für den Erwerb von Amateurtrainer- und Schiedsrichterlizenzen und zu schaffen. Möglich sei auch die Förderung gemeinnütziger Zwecke, wie etwa der Aufbau von Nachwuchszentren und Stützpunkten. Grindels Credo: Ohne ehrenamtliche Helfer und flächendeckende Freiwilligenarbeit an der Basis seien auch keine Spitzenleistungen im Profifußball und der Nationalmannschaft mehr möglich.

Nach seiner Ansprache stellte sich Grindel den Fragen von rund 100 Besuchern – darunter Vertreter von Vereinen, Kommunalpolitiker und interessierte Gäste. Zunächst durften aber die Jugendkicker des Vereins den prominenten Gast interviewen. Und Grindel ließ in seinen gewitzten Antworten keine Zweifel aufkommen. Sein Job macht ihm Spaß – trotz großer Verantwortung und teilweise unterschiedlicher Auffassungen zu Fankrawallen, Korruptionsskandalen und Weltmeisterschaftsvergaben.

Abschließend gab es Geschenke für den Ehrengast: ein Vereinstrikot mit persönlichem Namenszug – und die frisch geduschten Fußballer stimmten die Vereinshymne an. Eilig hatte es Grindel aber auch danach nicht. Er erfüllte vor seiner Abfahrt alle Autogrammwünsche und ließ sich beim Plausch mit den Vereinskickern genüsslich eine Bratwurst schmecken.

Chef des weltweit größten Sport-Fachverbandes

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist der Dachverband von 26 Fußballverbänden in Deutschland, denen mehr als 25 000 Fußballvereine angehören. Seinen Sitz hat der gemeinnützige Verein in Frankfurt am Main. Mit fast sieben Millionen Mitgliedern der angeschlossenen Vereine ist der DFB laut Internetplattform Wikipedia der größte nationale Sport-Fachverband der Welt.

Reinhard Grindel wurde im April 2016 zum DFB-Chef gewählt, um den krisengeschüttelten Verband nach einem Korruptionsskandal in bessere Zeiten zu führen. Der inzwischen weltweit bekannte Repräsentant und Funktionär wurde als Spitzenkandidat der Amateursportvereine zum DFB-Chef gewählt. Zuvor war der frühere Fernsehjournalist und Bundestagsabgeordnete Schatzmeister beim Fußball-Bund.

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