Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Streit um beschädigtes Baudenkmal am Gutspark

Gehrden Streit um beschädigtes Baudenkmal am Gutspark

Unmittelbar nach der Erneuerung von Versorgungsleitungen entlang des Gehwegs an der Franzburger Straße ist am angrenzenden Ottomar-von-Reden-Park ein Teil der denkmalgeschützten Mauer eingestürzt. Die Gehrdener Schützen müssen den Schaden als Eigentümer aber selbst bezahlen. Die Baufirma weist alle Vorwürfe zurück und stützt sich auf ein Gutachten.

Voriger Artikel
Jugendfeuerwehr bald unter neuer Leitung
Nächster Artikel
Geffler vertreiben böse Geister

Schwerer Schaden am Baudenkmal: Henning Tiedau steht fassungslos vor der provisorisch gestützten Sandsteinmauer am Schützenhaus. Auch von außen sind nach den Bauarbeiten deutliche Schäden am Mauerwerk zu erkennen.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Für die Schützengesellschaft Ottomar-von-Reden gibt es keine Zweifel: „Die Bauarbeiten im Oktober haben den Einsturz der Sandsteinmauer verursacht“, behauptet Schatzmeister Henning Tiedau. Die Schützen sind sich einig: Die vom Energieversorger Avacon beauftragte Firma für Rohrleitungsbau aus Münster muss den Schaden am Denkmal begleichen.

Tiedau kann das begründen: „Bei der Erneuerung der Strom- und Gasleitungen wurde ausgehobenes Schüttgut direkt an der Mauer gelagert“, sagt Tiedau. Das Material sei mit einem Schaufellader hin- und her transportiert worden. Kleine, aber deutlich sichtbare Kontaktschäden an der Außenmauer sind für die Schützen das kleinste Problem. „Durch die Erschütterungen sind an der Rückseite ganze Teile weggebrochen“, sagt Tiedau. Derzeit muss die Mauer sogar provisorisch abgestützt werden.

Die Reparaturkosten muss die Schützengesellschaft aber offenbar aus eigener Tasche bezahlen. Die Mauer am Schützenhaus wurde dem Verein Mitte des vergangenen Jahrhunderts von Baron Ottomar von Reden übertragen. Als Eigentümer haben die Schützen eine Kostenschätzung in Auftrag gegeben. Die Reparatur soll rund 10 000 Euro kosten. „Aus Sicherheitsgründen muss das schnell gemacht werden, aber das bringt uns in finanzielle Not“, sagt Tiedau.

Avacon und Baufirma weisen aber jede Schuld von sich und stützen sich dabei auf ein vermeintliches Gutachten, das die Versicherung der Baufirma in Auftrag gegeben habe. Demnach sei die Mauer bereits vor den Arbeiten gewölbt und am Fundament marode gewesen. Auch eine Lagerung von Bauschutt an der Parkmauer bestreiten Firma und Avacon mit Verweis auf die Expertise. Demnach gebe es keine Spuren für eine Lagerung. Nur einen kleinen Schaden im Außenbereich räumt die Firma ein. Laut Gutachten sei aber auszuschließen, das dies einen Folgeschaden verursacht habe. Fazit des Gutachtens: Die Schäden seien zwar durch die Arbeiten ausgelöst, aber nicht verursacht worden. Eine Haftungspflicht scheide aus, heißt es in einem Schreiben an die Schützen. Die sind zerknirscht: „Wir können ja schlecht dagegen klagen“, sagt Tiedau.

doc6od4f8veia010xv6wkpr

Schwerer Schaden am Baudenkmal: Henning Tiedau steht fassungslos vor der provisorisch gestützten Sandsteinmauer am Schützenhaus. Auch von außen (Bild unten) sind nach den Bauarbeiten deutliche Schäden am Mauerwerk zu erkennen

Quelle: Ingo Rodriguez
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Gehrden
doc6soqvwyxj9cv4knfhn8
MCG-Schüler zeigen ihr musikalisches Können

Fotostrecke Gehrden: MCG-Schüler zeigen ihr musikalisches Können