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Chor löst sich nach 155 Jahren auf

Gehrden Chor löst sich nach 155 Jahren auf

Die 155-jährige Erfolgsgeschichte des Burgbergchores Gehrden ist zu Ende gegangen. Die Mitglieder haben einstimmig die Auflösung des Ensembles beschlossen. „Es hat sich an unserer Situation seit 2013, als wir beschlossen haben, nur noch sporadisch zu singen, nichts geändert", sagt Sängerin Renate Altmann.

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Renate Altmann mit Liedervater Paul Ruttkowski, der 56 Jahre lang aktiver Sänger im Burgbergchor war.

Quelle: Rabenhorst

Gehrden. "Wir haben noch einmal ein Geburtstagsständchen im AWO-Heim gesungen und das war’s“, verriet Renate Altmann  mit tränenerstickter Stimme. Die Everloherin stand 22 Jahre an der Spitze des Gemischten Chores mit den zuletzt 25 aktiven Sängern. „Wir alle sehen keine Zukunft mehr für den Chor und deshalb bin ich dafür, dass wir uns ein Herz fassen und dafür stimmen, den Chor aufzulösen“, fügte sie hinzu.

Nun müsse nur noch der Fahnenschrank im Vereinslokal ausgeräumt werden. „Kurios ist, dass genau in dem Jahr, wo der Ratskeller verkauft worden ist, auch unser Chor aufgelöst wird“, sagte Altmann. Der Ratskeller sei von Beginn an das Vereinslokal des Gesangvereines gewesen. „Die Fahne und die Plaketten bringen wir ins Heimatmuseum, der Schrank bleibt mit Erlaubnis des neuen Wirtes hier im Saal stehen“, betonte die langjährige Vorsitzende. Ganz aus den Augen verlieren wollen sich die Männer und Frauen nicht. Sie wollen sich weiterhin jeden ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Ratskeller treffen. 

Im Jahr 1857/58 kamen sieben oder acht sangesfreudige Gehrdener Männer auf die Idee, einen Gesangverein zu gründen. Weil sie alle den Namen Heinrich trugen, gaben sie dem Chor kurzerhand den Namen „Heinrich-Verein“. Am 18. Juli 1861 wurde der Männer-Gesang-Verein (MGV) Gehrden gegründet. Im Jahr 1874 gründete ein Teil der Mitglieder die „Liedertafel“. Aus dieser wiederum ging durch die Teilung 1886 die „Harmonie“ hervor. Im Jahr 1906 wurde die „Liedertafel“ umbenannt und hieß nun „Arbeiterliedertafel“. Durch die beiden Weltkriege kam das Chorleben fast zum Erliegen. 1946 wurde bei der englischen Militärregierung durchgesetzt, dass die Gesangstätigkeit wieder aufgenommen wurde. Infolge der Kriegsverhältnisse waren der „MGV“ Gehrden und die „Arbeiterliedertafel“ nicht mehr konzertfähig. Beide Chöre vereinigten sich am 6. Juni 1947 zum „Männerchor Gehrden gegr.1861“. Im Zuge der weiteren Entwicklung des Chorwesens war es unabänderlich, neue Wege zu gehen. So wurden 1979 auch Frauen zu den Übungsstunden eingeladen. Am 18. Januar 1980 erhielt der Chor seinen endgültigen Namen „Burgbergchor Gehrden e.V. gegr. 1861“. Die Besonderheit: Der Ratskeller war seit der Gründung bis zur Auflösung des Chores das Vereinslokal. 

Von Heidi Rabenhorst

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