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Naturschützer und Golfer suchen Dialog

Gehrden Naturschützer und Golfer suchen Dialog

Der Naturschutzbund (Nabu) Gehrden/Benthe setzt sich intensiv mit dem möglichen Bau eines Golfplatzes auseinander. Zur Entscheidungsfindung sollte nun eine Exkursion zum Golfplatz Gleidingen dienen.

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Der Gleidinger Head-Greenkeeper Volker Steenken  erläutern den Vertretretern des Nabu und des Gehrdener Golfclubs die ökologischen Details.

Quelle: Rabenhorst

Gehrden. Bei der Begehung mit Head-Greenkeeper Volker Steenken begrüßte Nabu-Vorsitzende Gisela Wicke auch Rudi Locher, den Vizepräsidenten des 1. Golfplatzes Gehrden, sowie seinen Vorstandskollegen Volker Tuchardt . „Wir sind schon seit über einem Jahr mit dem Golfclub in Kontakt und uns ist weiterhin an einem Austausch gelegen“, betonte Wicke. Der Verein will einen sogenannten zertifizierten Golfplatz mit vielen naturnah angelegten Bereichen bauen und legt großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund.
Zu den diskutierten Knackpunkten gehörte unter anderem der Flächenverbrauch von sehr wertvollen Ackerböden. „Die fehlen eventuell für eine Ausweitung des ökologischen Landbaus, der mehr Fläche für die Produktion von umweltverträglichen Lebensmitteln braucht“, gab Wicke zu bedenken.

Ein großer Unterschied zu landwirtschaftlich genutzten Flächen sei der hohe Wasserverbrauch mit den Nutzungsrechte von insgesamt 75 000 Kubikmetern sowie die Störung in der Landschaft durch tägliches Mähen der Greens und des Golfspielens.

Beobachtungen der Tiere haben indes die Ergebnisse von ökologischen Untersuchungen bestätigt. Sehr zur Freude der Besucher waren störungsunempfindliche Tiere wie Hasen, Bachstelzen, Graugänse und Teichhühner sowie an den Menschen angepasste Tierarten wie Schwalben zu beobachten. „Sehr positiv ist, dass sich um die Schwalben sehr gekümmert wird“, freute sich die Nabu-Schwalbenbeauftragte Kerstin Cuccureddu.
Libellen und weitverbreiterte Vögel wie Meisen, Amseln, Grauammern, die normalerweise in den Hecken vorkommen, waren allerdings nicht zu sehen.
Die Gleidingener 27-Loch-Anlage erstreckt sich auf einer Fläche von 110 Hektar. „Mehr als 50 Prozent ist naturbelassen“, berichtete Volker Steenken den Gästen aus Gehrden. Ausgemulcht werde nur außerhalb der Brut- und Setzzeit und wenn es keine jungen Hasen gebe. „Diese Arbeiten finden meistens im November statt, wenn die Vegetation trocken ist“, verriet der Platzwart.

Rudolf Locher faszinierten vor allem die interessanten Details zu den vielfältigen ökologischen Aspekten. „Da nehmen wir vieles mit, zum Beispiel die vernetzten Teiche und Feuchtegebiete“, erklärte Locher, der die die Diskussion mit dem Nabu einmal mehr als sehr konstruktiv beschreibt. „Ich würde mich sehr freuen, wenn wir gemeinsam mit dem Nabu einen artenreichen Gehrdener Golfplatz schaffen könnten“, fügte der Golfclub-Vizechef hinzu.

„Bevor eine Neuanlage entsteht, sollte die Auslastung der jetzigen Golfplätze kritisch hinterfragt werden“, meinte Wicke. In Gleidingen gibt es derzeit rund 850 Vollmitglieder. 1300 Vollmitglieder wären optimaler, erfuhren die Gehrdener. Wenn ein Platz in Gehrden entstehen würde, werde vermutlich die Anzahl in Gleidingen sinken.

Die Naturschützer wollen sich auch noch die Golfplätze in Burgdorf und in Bad Münder ansehen. „Damit setzen wir den offenen und kritischen Dialog fort“, kündigte Wicke an.

Von Heidi Rabenhorst

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