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Von Redderse nach Saudi-Arabien

Gehrden Von Redderse nach Saudi-Arabien

Der Redderser Oliver Stiller lebt mit seiner Frau Sandra seit sechs Jahren in Saudi-Arabien - und beide fühlen sich wohl und wollen nicht zurück nach Deutschland. Jetzt haben sie ein Buch geschrieben.

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Oliver und Sandra Stiller leben seit sechs Jahren in Saudi-Arabien. Über ihre Zeit dort haben sie ein Buch geschrieben.

Quelle: privat

Gehrden. Sandstürme, die den Himmel verdunkeln, eine Hitze, die auf der Haut brennt und heimische Mitarbeiter, die laut einer Untersuchung nur neun Minuten am Tag arbeiten - nach einem Märchen aus 1001 Nacht klingt das nicht. Doch der Redderser Oliver Stiller und seine Frau Sandra wollen nicht mehr weg aus Saudi-Arabien. Ein Land, das kaum jemand wirklich kennt - und in dem eine Religionspolizei darüber wacht, dass die Gesetze des Islams eingehalten werden, in dem Diebe die Hände abgehakt werden und in dem Frauen sich nicht unverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen lassen dürfen. "Es ist ein Abenteuer und täglich eine neue Herausforderung", sagt Oliver Stiller. Beide haben nicht zuletzt deshalb ein Buch geschrieben. Der Titel "Nein, Saudi-Arabien ist nicht Dubai".

In dem Buch beschreiben Oliver und Sandra Stiller den Alltag dem Königreich. Eines der reichsten Länder der Erde in dem Ausländer eigentlich nicht erwünscht sind - außer als Geschäftspartner. Die Saudis haben begriffen, dass sie ohne ausländische Unterstützung nicht klar kommen. "Sie brauchen unsere Hilfe und unsere Ratschläge ", sagt Oliver Stiller. 

Wie alle Ausländer leben die Stillers in einem sogenannten Compound. In diesem Bereich spielt sich das soziale Leben der Nicht-Araber ab. "Die Saudis wollen die Ausländer gar nicht in ihrer Gesellschaft integrieren", sagt Oliver Stiller. Kontakt mit Fremden christlichen Glaubens sei nicht erwünscht, damit sie das Volk nicht beeinflussen. Deshalb gibt es in dem Wüstenstaat keine Touristen - im Gegensatz zum benachbarten Dubai am Persischen Golf. Es sei denn, sie pilgern nach Mekka. Der Rückzug im Compound ist für die Stillers aber kein Probleme. "Dort lernen wir Menschen aus Europa. Amerika oder Asien kennen", sagt Sandra Stiller.

Stiller arbeitete bei der Bundespolizei, bevor er von Airbus das Angebot bekam in Saudi-Arabien als Grenzschützer zu arbeiten. Er nahm an, seine Frau Sandra folgte ihm. Inzwischen ist Oliver Stiller selbstständig und führt gemeinsam mit einem Einheimischen eine Agentur, die unter anderem Fahrer, Gärtner oder Hausmädchen an saudische Familien vermittelt. "Ich will weg von dem Sklavenhandel und eine Arbeitsvermittlung mit menschlichen Werten etablieren", sagt er. Ferner arrangiert Stille den Saudis Auslandsaufenthalte in Deutschland - als Urlaub, zur medizinischen Versorgung und zum Autokauf. Er habe sich erst einmal an die Mentalität der Saudis einlassen müssen. "Inschallah" ("So Gott will") sei des wichtigste Wort. "Es dauert, bis Entscheidungen fallen", weiß Stiller längst - und lächelt. "Sie schlafen halt viel und sind immer busy mit ihrer Familie." Um in Saudi-Arabien bestehen zu können, müsse man sich auf das dortige Leben einlassen. "Gelassenheit und Humor sind wichtig", sagt Oliver Stiller. Und Toleranz gegenüber des islamischen Glaubens. "Die Religion bestimmt das Leben", sagt Sandra Stiller.  

Und die Saudis mögen die Deutschen. "Sie schätzen unsere Ordnung und Organisation", sagt Oliver Stiller. Was in Deutschland vor sich gehe, interessiere sie dagegen kaum. "Es sei denn, es geht um Autos oder Fußball", sagt Stiller.

Nach Redderse kommt er inzwischen nur noch selten. Anfangs habe er den kleinen Ort vermisst, "aber es wird weniger", sagt Oliver Stiller, der in Leveste den Kindergarten besuchte, dann an der Grundschule Am Castrum unterrichtet wurde und später am MCG sein Abitur abgelegt hat. 1992 wechselte er zum damaligen Bundesgrenzschutz. Und auch die persönlichen Bindungen und Freundschaften lösen sich allmählich auf. Eine Bindung hat jedoch nach wie vor Bestand: Er ist Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Redderse.

Sie hätten kein politisches Buch geschrieben, sagen Oliver und Sandra Stiller. „Wir erzählen von unserem Leben als westliche, in den Augen der Saudis ungläubige Ausländer“, sagen sie – vom Spagat Saudi-Arabiens zwischen Tradition und Moderne, vor allem aber von zahlreichen, überwiegend positiven Erlebnissen mit den Einheimischen. „Leider wird vieles über den Islam und Saudi-Arabien sehr negativ dargestellt und dem, was wir jeden Tag erfahren, nicht gerecht“, sagen sie. Das Buch „Nein, Saudi-Arabien ist nicht Dubai“ kostet 22,90 Euro. Es ist erschienen bei der Persimplex-Verlagsgruppe.

Das Buch "Nein, Saudi-Arabien ist nicht Dubai" ist bei der Verlagsgruppe Persimplex erschienen. Es kostet 22,90 Euro.

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