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Ausbildung gegen Fachkräftemangel

Gehrden Ausbildung gegen Fachkräftemangel

Die Gehrdener Heizung-, Lüftungs- und Sanitärfirma Dietmar Müller nimmt eine Vorreiterrolle ein. 13 Ausbildende sind in dem Unternehmen an der Nikolaus-Otto-Straße zurzeit beschäftigt. Bürgermeister Cord Mittendorf zeigte sich bei einem Besuch des Betriebes begeistert.

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Beispielhaft in der Region: Gleich 13 Auszubildende sind zurzeit bei der Gehrdener Firma Dietmar Müller beschäftigt.

Quelle: Wirausky

Gehrden. So richtig wusste Ali Bouteken nicht, auf was er sich da eingelassen hat. „Ehrlich gesagt: Ich kannte den Beruf gar nicht“, sagt der 21-Jährige. Kein Wunder, die Bezeichnung ist sperrig. Der junge Pattenser wird bei der Gehrdener Firma Dietmar Müller zum Anlagentechniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ausgebildet. Bereut hat er seine Entscheidung nicht. „Der Job gefällt mir“, sagt er. Die Arbeit sei abwechslungsreich und sehr anspruchvoll. „Und ich habe nicht damit gerechnet, dass wir auf großen Baustellen eingesetzt werden.“ Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. Bouteken würde anschließend gerne weitermachen.

Lothar Müller ist seit sechs Jahren Geschäftsführer bei dem mittelständischen Unternehmen, den sein Vater Dietmar 1971 als Ein-Mann-Betrieb gegründet hat. 13 Auszubildende beschäftigt die Firma zurzeit, 42 Mitarbeiter sind es insgesamt. Doch Lothar Müller gesteht: „Es nicht leicht, Lehrlinge zu finden“, sagt der 50-Jährige. Aus seiner Sicht müssten die Schulen die Jugendlichen besser begleiten und vor allem besser auf die Berufswelt vorbereiten. Ein weiteres Problem: Für einen mittelständischen Betrieb sei es schwierig, gute Leute zu halten. „Die großen Unternehmen locken mit besseren Gehältern und holen sich die fertigen Handwerker“, sagt Müller. Fehlende Betriebstreue nennt Seniorchef Dietmar Müller das.

Deshalb müsse seine Firma auch ausbilden, „damit wir den Mitarbeiterstamm halten können“, meint Lothar Müller. Außerdem solle so dem Fachkräftemangel begegnet werden. Die Konkurrenz auf dem Markt sei groß. Nicht nur deshalb wirbt Müller für den Beruf. „Handwerk hat gegenwärtig wirklich goldenen Boden.“ Durch den Fachkräftemangel bietet das Handwerk sichere Arbeitsplätze mit der großen Möglichkeit, sich weiterzubilden.

Das sieht Berufsschullehrer Uwe Wellmann auch so, allerdings weiß er: „Das Anforderungsprofil ist hoch.“ Jeder fünfte Jugendliche hört deshalb nach der Probezeit auf. Wellmanns Ansatz: Der Umbruch von Schule zu Beruf müsse begleitet werden. Gleichzeitig müssten die Firmen die Berufsorientierungstage nutzen und den Schülern das Aufgabenfeld erläutern.

Die Stadt will solche Betriebe wie die Firma Dietmar Müller fördern und unterstützen. „Wir wollen ein Netzwerk einrichten und Kontakte zu den Schulen herstellen“, kündigt Nurettin Demirel an. Auch ein sogenanntes Ausbildungsfrühstück soll ins Leben gerufen werden. „Die Betriebe haben alle ähnliche Probleme, wir wollen sie zusammenbringen“, sagt Demirel. Gleichzeitig sei es wichtig, die verschiedenen Berufsfelder vorzustellen und bekannt zu machen.

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