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Roman über eine faszinierende Frau

Gehrden Roman über eine faszinierende Frau

Die Gehrdenerin Silke Halbach hat einen historischen Roman über die beeindruckende Reformatorin Argula von Grumbach geschrieben.

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Silke Halbach hat den historischen Roman "Die Reformatorin - Das Leben der Argula von Grumbach" geschrieben.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Diese Frau berührt und fasziniert sie – das ist bei jedem Satz zu spüren. „Ich fühle mit ihr“, sagt Silke Halbach. „Mit ihr“ meint sie Argula von Grumbach, die von 1492 bis 1563 gelebt hat, und als eine bedeutende Reformatorin gilt. Das Leben dieser Frau hat die Gehrdenerin aufgeschrieben, in dem Roman „Die Reformatorin“.

Mit Argula von Grumbach befasst sich die 52-jährige Theologin schon lange. Ihr Promotion handelt von der kämpferischen und leidenschaftlichen Frau, die an der Seite von Martin Luther und unter Einsatz ihres Lebens für die Reformation kämpfte, die angefeindet, der Ketzerei beschuldigt und festgenommen wurde. Doch Halbach wollte nicht nur wissenschaftlich, sachlich und nüchtern über diese „starke Frau“ schreibe. „Sie hat gelacht, gelacht und geweint – eben Gefühle gezeigt“, sagt die Gehrdenerin. Und das wollte sie in ihrem Roman auch ausdrücken. Gleichzeitig betont die Theologin: „Ich habe nichts behauptet, was nicht auch stimmt.“ Allerdings habe sie gemutmaßt und Stimmungen erfunden. „Dann habe ich mir überlegt, wie ich mich in der jeweiligen Situation gefühlt und was ich gemacht hätte“, beschreibt Halbach. In diesen Szene habe sie eigene Ideen entwickelt. Das sei ein spannder Prozess gewesen.

Ausführlich hat Halbach für ihren Roman recherchiert. Sie habe unter anderem alle süddeutschen Orte besucht, an denen Argula von Grumbach gewirkt habe. „Und sie hat dort eine unheimlich große Bedeutung“, sagt Halbach. Unter anderem hat die Autorin eine Einladung zur 600-Jahr-Feier ins bayrische Dietfurt an der Altmühl erhalten.“ Dort lebte und wirkte Argula von Grumbach ab 1516.

Zwei Jahre hat Halbach gebraucht, bis ihr Roman fertig war – im Sommer saß sie im Strandkorb ihres Gartens, zur kalten Jahreszeit suchte sie sich ein warmes Plätzchen im Haus. Sie sei noch altmodisch, sagt Halbach. „Ich benutze noch einen Stift“, sagt sie. Und anfangs habe sie nur aus Spaß geschrieben – ohne den Gedanken, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen. Doch dann habe sie ihr Manuskript verschiedenen Verlagen zugeschickt. „Man muss anschließend einstecken können und darf nicht traurig sein, wenn es abgelehnt wird“, sagt Halbach. Der kleine Kern-Verlag zeigte Interesse und veröffentlichte das fast 480 Seiten starke Buch. Auch auf der Frankfurter Buchmesse war Silke Halbach. „Dort habe ich zahlreiche interessanten Menschen kennen gelernt“, erzählt sie von dieser Erfahrung.

Mit dem Ergebnis ist Halbach zufrieden. „Ich erkenne mich wieder“, sagt sie. Man könne ihren Roman aber nicht mit Titeln wie beispielsweise „Die Wanderhure“ vergleichen. Das Buch sei keine Fiktion. „Argula von Grumbach war ein Mensch von Fleisch und Blut“, sagt Halbach. Ein Happy-End hat der Roman logischerweise nicht. Argula von Grumbach, die als Ehefrau und Mutter acht große Flugschriften herausgebracht hat, stirbt – mit freudigem Herzen dem Herrn entgegen.

Der Roman "Die Reformatorin - Das Leben der Argula von Grumbach" ist im Kern-Verlag erschienen. Es kostet 19,90 Euro.

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Von Redakteur Dirk Wirausky

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