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Vom Getränkestand zum Ausflugslokal

Benthe/Lenthe Vom Getränkestand zum Ausflugslokal

Mit der Geschichte der Benther-Berg-Terrassen haben sich Walther Heine und Rainer Piesch befasst. Bei der Recherche stießen die beiden Heimatforscher auf eine Überraschung: Die einst beliebte Gaststätte, die 1974 geschlossen wurde, lag auf Lenther Gebiet.

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Walther Heine, Rainer Piesch, Horst Bohne und Wilhelm Kulke haben die Geschichte des Ausflugslokals Benther-Berg-Terrassen aufgeschrieben.

Quelle: Wirausky

Benthe/Lenthe. Viel ist nicht übrig geblieben: Mauerreste, Treppenstufen und der große Parkplatz – die Benther-Berg-Terrassen sind längst Geschichte. 1974 wurde der Betrieb der einst florierende Gaststätte eingestellt, 1989 wurde das Gebäude, das 1975 fast komplett ausbrannte, abgerissen. Wilhelm Kulke, Vorsitzender des Arbeitskreises Ronnenberger Stadtgeschichte, bedauert das bis heute. Pläne, das Gasthaus in einen Hotelkomplex umzubauen oder ein Seniorenheim einzurichten, wurde vom damaligen Benther Ortsrat abgelehnt. „Es sollte ein Restaurant bleiben“, sagt Kulke. Es fand sich aber niemand, der das Lokal weiterführen wollte.

Die beiden Gehrdener Heimatbundmitglieder Walther Heine und Rainer Piesch haben nun ein Heft herausgebracht haben. Sie beschreiben darin die wechselvolle Geschichte der Benther-Berg-Terrassen vom Getränkestand, den Ernst Rehbock ab 1863 betrieb, bis hin zu einem belieben Restaurant und bekannten Ausflugslokal. Die kleine Dokumentation solle Erinnerungen wecken, sagen Heine und Piesch. Sie enthält bisher unveröffentlichte Berichte, zahlreiche historische Fotos und enthüllt eine wichtige Erkenntnis: Die Terrassen lagen gar nicht auf Benther, sondern zum Großteil auf Lenther Gebiet. „Die Grenze ging durch die Küche direkt über die Herdplatte“, erzählt Piesch. Süffisant merkt er an: „Die Lenther kassierten die Steuern und die Benther erhielten Lärm und kaputte Straßen der anreisenden Gäste.“

Und was waren das noch für Zeiten, wo der Kaffee 64 Pfennig kostete, wo die Kinder für eine Florida Boy zum Berg wanderten und wo der Grundstein so mancher Ehe bei einem Tanzabend gelegt wurde. Die Benther-Berg-Terrassen, die 1500 Sitzplätze im Kaffeegarten hatten und im Gasthaus 750 Menschen Platz boten, waren eines der beliebtesten Ausflugslokale im Umland von Hannover. Der herrliche Ausblick und die idyllische Lage am Waldrand lockte viele Städter an. Und auch Prominenz: Die Fußball-Weltmeister von 1954 Fritz und Ottmar Walter, Helmut Rahn und Werner Eckel kehrten in Benthe genauso ein wie Radsportler Rolf Wolfshol, oder die Schauspieler Hans Söhnker und Peter Carsten. Letztlich wurde die Gaststätte aber ein Opfer des gesellschaftlichen Wandels und des veränderten Freizeitverhaltens. Die Besucherzahlen nahmen ab. Vor 41 Jahren wurden die Benther-Berg-Terrassen schließlich geschlossen.

Das Heft „Benther-Berg-Terrassen“ gibt es für 5 Euro in Benthe in den Bioläden Sabine de Vos und Möhrle, im Gehrdener Backhaus sowie in Gehrden bei Schreibwaren Kusche am Steinweg.

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