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"Ohne den Markt ist die Innenstadt tot"

Gehrden "Ohne den Markt ist die Innenstadt tot"

Seit mehr als 30 Jahren werden auf dem Gehrdener Wochenmarkt Lebensmittel, Blumen und sonstige Waren angeboten. Doch die bevorstehende Innenstadtsanierung macht einigen Händlern derzeit etwas Sorgen.

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Blumenhändler Christian Swade bedient eine Kundin.

Quelle: Nils Oehlschläger

Gehrden. Betritt man den Wochenmarkt aus Richtung Steintor kommend, hört man schon bald die Stimme von Christian Swade. Seit etwa fünf Jahren verkauft der Florist aus Edemissen bei Peine hier jeden Donnerstag seine Blumen. „Es lohnt sich, sonst würden wir es nicht machen“, sagte er. „Die Wirtschaftlichkeit muss immer gegeben sein." Immer wieder tritt er hinter seinem Stand hervor und berät die Kunden vor den Auslagen.

„Früher haben die Menschen ihren gesamten Wocheneinkauf in der Innenstadt erledigen können“, sagt Swade. Doch nachdem einige Geschäfte aus dem Zentrum Gehrdens abgewandert wären, habe sich ein Großteil der belebten Innenstadt an den äußeren Rand verlagert, sagt der Florist. Seit Swade auf dem Markt seine Pflanzen verkaufe, könne er jedoch ein gleichbleibendes Geschäft verzeichnen, sagt er. Sorgen wegen der Innenstadtsanierung macht er sich nicht. „Wenn hier eine Baustelle entsteht, werden die Stände einfach umgelagert“, sagt er.

Im Stand des Fleischereifachgeschäfts Schürmann aus Rodenberg sieht man das schon kritischer. „Die Frage ist, wie viel Platz hier dann noch für den Wochenmarkt ist“, sagt Fleischermeister Markus Schürmann. „Wenn der weg ist, ist die Innenstadt tot.“ Viele seiner Kunden seien besonders mit dem Umzug der Filiale eines Drogeriemarktes nicht glücklich, erzählt Schürmann. Seitdem seien auch weniger Besucher auf dem Wochenmarkt.

Schon als dieser vor über 30 Jahren erstmals durchgeführt worden war, sei Fleischerei Schürmann dort mit einem Stand vor Ort gewesen, sagt der Fleischermeister. „Seitdem ist es ruhiger geworden“, sagt Manuela Schürmann. Das mache sich auch an den Öffnungszeiten bemerkbar. „Früher haben wir mal um halb sieben angefangen.“, sagt sie. Lohnen tue sich das Geschäft noch immer, vor allem wegen der Stammkundschaft, sagt Markus Schürmann.

Deutliche Worte zu den Bauarbeiten im Zuge der Innenstadtsanierung findet Obsthändler Wolfgang Ullrich. „Wenn gebaut wird, dann wird’s schlimm hier“, sagt er. „Wir kennen das von Märkten in anderen Ortschaften.“ Dann müssten Markt und Stände definitiv ausgelagert werden, so Ullrich. Auch er verkaufe seit über dreißig Jahren seine Waren auf dem Gehrdener Wochenmarkt. „Die Laufkundschaft ist weniger geworden“, sagt Ullrich. Den Grund sieht er wie seine Kollegen an der aussterbenden Innenstadt.

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Von Nils Oehlschläger

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