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Gehrden Stein für Stein

Die Fassade der mehr als 800 Jahre alten Margarethenkirche wird zurzeit renoviert. Etwa 200 brüchige Steine müssen ausgetauscht werden. Im Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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Steinmetz Danilo Koy setzt einen neuen, etwa drei Kilogramm schweren Kalkstein in die Kirchenmauer ein.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Etwa 33 Meter ist die Margarethenkirche hoch - und bis zur Kirchturmspitze reicht auch das Gerüst, auf dem Steinmetze und Maurer selbst in luftiger Höhe ihre Arbeit machen. Seit Juli werden an dem Gehrdener Gotteshaus brüchige Kalksteine ausgetauscht und durch neue ersetzt. Die Renovierung der Außenfassade war nötig geworden, nachdem immer häufiger größere Gesteinsbrocken vor das Kirchenportal fielen. "Es wurde gefährlich", sagt Pastor Wichard von Heyden.

Jürgen Steindorf leitet die Baustelle. Die brüchigen Quader werden herausgestemmt und durch neue härtere Kalksteine ersetzt. Jeder einzelne Stein der Kirche sei zuvor abgeklopft worden, berichtet der kirchliche Bausachverständige. Mit dem Ergebnis, dass deutlich mehr Schäden festgestellt worden sind als ursprünglich angenommen. Die Folge: Statt der kalkulierten 150000 Euro wird die Sanierung der Kirchenfassade vermutlich etwa 250000 Euro kosten. Die Ausgabe teilen sich Landeskirche und Kirchenkreis.

Vermutlich vor 800 Jahren ist die Margarethenkirche erbaut worden - und sie ist in einem guten Zustand. Lediglich an den Oberflächen des Gebäudes hat der Zahn der Zeit genagt - oder genauer: der Frost-Tau-Wechsel. "Risse haben wir keine gefunden", sagt Steindorf. Und er lobt die einstigen Erbauer des Gotteshaus. "Sie haben sehr genau, sorgfältig und ordentlich gearbeitet." Das Material ist muschelhaltiger Kalkstein, vermutlich aus dem Gehrdener Berg. "Weite Wege sind nicht zurückgelegt worden", vermutet Steindorf. Schließlich musste das Material mit Ochsenkarren transportiert werden.

Der fast 33 Meter hohe Turm der Maragrethenkirche war auch ein Wehrturm. Schießscharten verraten es. Zu sehen sind neben der Tür im Haupteingang die Löcher, in die Balken eingeführt wurden, um die Tür zu verrammeln. Die Wände sind gut einen Meter dick. Die Kirche sollte der Bevölkerung Schutz bei feindlichen Überfällen bieten.

Dass auch in der Vergangenheit an den Kirchenmauern gearbeitet worden ist, zeigt eine Einritzung, die in einem Stein gefunden worden ist. Darauf habe sich ein Steinmetz im 17. Jahrhundert verewigt, sagt Steindorf.

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Von Redakteur Dirk Wirausky

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