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Neunjährige rettet Bussard das Leben

Everloh Neunjährige rettet Bussard das Leben

Die neunjährige Charlotte aus Everloh hat einen Bussard aufgezogen. Der Greifvogel war aus einem Nest gefallen. Mittlerweile lebt der Vogel, den die Neunjährige liebevoll "Bussi" nennt, wieder in freier Wildbahn. Aber noch immer kehrt er zweimal täglich zurück und lässt sich von Charlotte füttern.

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Der Bussard frisst der neunjährigen Charlotte aus der Hand.

Quelle: Rabenhorst

Everloh. Ein Greifvogel, der auf den Namen Bussi hört, ist derzeit das Gesprächsthema Nummer eins in Everloh. Vor ein paar Monaten hat Wilhelm Trümmner dem aus dem Nest gefallenen Vogel das Leben gerettet. Eine Spaziergängerin hatte das Tier am Benther Berg gefunden. "Der Vogel war ganz schön entkräftet und dehydriert", berichtet Trümmner, dessen Tochter Charlotte die Aufzucht des kleinen Wollknäuels übernahm.

Unterschlupf fand der Mäusebussard in einem mit einer kuscheligen Decke ausgeschlagenem Karton. Zum Füttern brachte Charlotte ihn immer auf die Terrasse. "Während dieser Zeit musste unser Hund im Haus bleiben", erzählt das Mädchen. Der sechs Jahre alte Deutschdrahthaarrüde Alf war nämlich doch etwas irritiert von dem neuen Familienmitglied - vor allem wenn Bussi im Garten ein Bad nahm.

Am Anfang musste der etwa vier Wochen alte Bussard drei Mal am Tag gefüttert werden. "Er bekam ganz kleine Fleischschnitzel", sagt Charlotte. Später gab es Eintagsküken und Mäuse, die von der Nachbarskatze gefangen wurden. Nach etwa zwei Wochen war das Vogeljunge schon etwas agiler: Es konnte aufrecht stehen und sich bewegen. Nach weiteren vier Wochen hatte der Bussard soviel Kraft bekommen, dass er sich in die Luft erheben konnte. "Da saß er das erste Mal auf einem Ast", erinnert sich die Viertklässlerin.

Mittlerweile hat sich Bussi zu einem prächtigen Greifvogel entwickelt, den Charlotte vor kurzem in die Wildnis entließ. "Ich wollte immer, dass er in Freiheit lebt." Ganz erstaunt und glücklich sei sie gewesen, als er schon abends wieder auf dem Dach des kleinen Gartenschuppens landete und auf Futter wartete. Bis heute kommt der Bussard zweimal täglich. "Er kündigt sich morgens schon mit einem leisen Schreien an. Dann stehe ich schnell auf und klettere auf das Dach. Er lässt sich immer noch aus der Hand von mir füttern", erzählt Charlotte. Auch holt er sich seine Mahlzeit noch bei ihr ab.

Ganz Everloh kennt Bussi inzwischen. Im Tiefflug nähert sich der Greifvogel mittags immer der Bushaltestelle und landet majestätisch auf dem Dach, wenn er die Schulkinder hört. Es scheint fast so, als würde er seine junge Ziehmutter abholen wollen. Ohnehin ist die Grundschülerin nach wie vor seine Bezugsperson. Anfassen lässt er sich nämlich nur noch von ihr. "Vor mir bleibt er ungefähr einen halben Meter vor mir stehen", sagt Charlottes Mutter, Astrid Trümmner.

Charlotte ist gespannt, wie lange Bussi sie noch besuchen wird. "Ich hoffe noch ganz lange." Die Neunjährige könnte Glück haben, denn Mäusebussarde sind sehr reviertreu und können bis zu 26 Jahre alt werden. "Vielleicht baut er bei uns im Garten sein Nest und ich kann bei der Aufzucht der Jungen helfen", hofft Charlotte.

Von Heidi Rabenhorst

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