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"Es fehlen linke Positionen"

Gehrden "Es fehlen linke Positionen"

Dirk Tegtmeyer tritt in Gehrden bei der Kommunalwahl für die Partei Die Linke an - und er ist zuversichtlich, in den Rat der Stadt einzuziehen.

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Der 33-jährige Dirk Tegtmeyer kandidiert in Gehrden für die Partei Die Linke.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Søren Aabye Kierkegaard ist Schuld. Den dänischen Philosophen (1813-1855) hat Dirk Tegtmeyer gelesen und sich unter anderem mit der Frage beschäftigt: „Kann man von seinem Arbeitslohn leben?“ Es sei zu der Zeit gewesen, als Hartz IV eingeführt wurde, sagt Tegtmeyer. Aus seiner Sicht ein System, das gegen die Menschenwürde verstößt. 2011 hat sich Tegtmeyer, der gegenwärtig zum einen seine Promotion in politischer Theorie und Ideengeschichte schreibt und zum anderen als Verkäufer in einem Supermarkt arbeitet, nicht zuletzt deshalb bei den Linken in Göttingen organisiert. „Ich bin ein überzeugter Demokrat“, sagt er. Und eine Parteiendemokratie funktioniere nur, wenn sich Menschen für ihre politische Position aktiv einsetzen. Nun will der 33-Jährige in den Rat der Stadt einziehen. Dafür opfert er seine Freizeit, steht in der Fußgängerzone und wirbt bei den Bürgern für seine Ideen. Die Reaktionen? „Grundsätzlich positiv“, sagt er. Im Rat Gehrdens fehle schließlich eine linke Position und eine linke Opposition. Tegtmeyer kritisiert das Kaputtsparen unter dem Deckmantel der Haushaltskonsolidierung. Ein Beispiel sei der Zustand des Delfi-Bades. „Es muss nicht nur erhalten bleiben, sondern es muss dort auch investiert werden“, fordert Tegtmeyer. Unter anderem, damit alle Kinder die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen. Die Stadt habe die Verpflichtung, bestimmte öffentliche Güter bereit zu stellen – genau zu diesem Zweck werden schließlich Steuern erhoben, meint Tegtmeyer. Eindeutig ist seine Haltung zur Energiewende und der jüngsten Diskussion um den Levester Windpark. „Jeder Bürger muss seinen Beitrag leisten“, betont er. Und beim Thema Kita-Gebühren steht für ihn fest: „Die Plätze müssen kostenfrei sein.“ Es müsse deshalb Druck auf den Staat ausgeübt werden. Eine Kommune könne selbst entscheiden, ob sie Gebühren erhebt. „Und im Zweifelsfall muss sie Schulden machen, bis Bund und Land reagieren“, sagt Tegtmeyer. Auch in den Bildungsbereich müsse investiert werden. „Investitionen in die Schulen sind sinnvoll.“ Der eigentliche Skandal, der sich hinter diesen Fragen verberge, sei die Tatsache, dass die Kommunen in Deutschland strukturell unterfinanziert seien, und dass die Parteien, die seit 1998 an der Regierung waren, keinen ernsthaften Versuch unternommen hätten, dies zu ändern. Tegtmeyer ist in Gehrden aufgewachsen. Er hat die Grundschule Am Castrum besucht und am Matthias-Claudius-Gymnasium sein Abitur abgelegt. Anschließend studierte er in Göttingen Philosophie. „Mein Herz schlägt links“, sagt ein Bürger und bleibt am Stand der Linken stehen. Dirk Tegtmeyer schmunzelt. „Ich sage doch, es gibt in Gehrden ein Interesse an linker Politik.“

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Von Redakteur Dirk Wirausky

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