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Windräder: Nicht höher als 100 Meter

Gehrden Windräder: Nicht höher als 100 Meter

Die Gehrdener Politiker sind sich weitgehend einig: Wenn schon Windkraftanlagen in Leveste und zwischen Degersen und Redderse, dann mit einer Höhenbegrenzung auf 100 Meter.

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Unterschiedliche Meinungen gibt es zum Thema Windenergienutzung im Gehrdener Stadtgebiet.

Quelle: Patrick Pleul

Gehrden. Axel Priebs, Umwelt- und Planungsdezernent der Region, machte den Gehrdener Politikern und etwa 50 Bürgern deutlich: Der Bau von Windkraftanlagen ist privilegiert. Sie zu verhindern, sei schwierig. Deshalb habe sich die Region im Entwurf ihres Regionalen Raumordnungsprogramm auf bestimmte Standorte konzentriert, um den Ausbau steuern zu können. „Wir dürfen uns keine Verhinderungsplanung vorwerfen lassen“, sagte Priebs. Außerdem: Jeder Antragsteller durchlaufe ein gesondertes Genehmigungsverfahren. „Wir legen nur die Vorrangflächen fest“, sagte Priebs. Festgelegt hat die Region auch die Abstände der Windkraftanlagen: 800 Meter bis zu einer geschlossenen Siedlung, 600 Meter zu Einzelgebäuden wie Bauernhöfe. Zudem sind Landschaftsschutzgebiete und Waldflächen ausgeschlossen sowie der Artenschutz berücksichtigt worden. Deutlich machte Priebs auch, dass der Standort Leveste nach den neuen Bestimmungen künftig kleiner ausfallen werde.

Die Stadt will Windenergienutzung nicht verhindern, sie aber regeln – und zwar in der Höhe. 100 Meter hoch sollen auf Wunsch der Stadt die Windräder in Leveste sein. So soll es möglichst auch auf Dauer bleiben - auch wnen in 10 bis 12 Jahren die derzeit acht Anlagen erneuert werden müssten. Das mache  aus Sicht von Fachdienstleiter Holger Spohr nicht unbedingt Sinn. „Der Stromertrag ist mit vier repowerten Anlagen nicht höher als zurzeit“, sagte er. Auch der Bereich zwischen Degersen und Redderse soll einer Höhenbeschränkung unterliegen, regt die Stadt an.

Eine Forderung, die juristisch durchdacht ist. „Eine Höhenbeschränkung ist möglich“, sagte Rechtsanwalt Christian von Waldthausen. Er verwies auf ein entsprechendes Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg aus dem Jahr 2012.

In Leveste stoßen die Pläne dennoch auf Gegenwind. Dirk Perschel überreichte Bürgermeister Cord Mittendorf eine Liste mit mehr als 1000 Unterschriften. Leveste leide seit 2005 erheblich unter den Windkraftanlagen, erinnerte Perschel. Ein Repowering wäre der Todesstoß für den Ort und die Lebensqualität.

Die Politiker folgten zwar weitgehend dem Vorschlag der Verwaltung, die Höhe der Windräder zu begrenzen, ihre Ansichten zur Windenergie sind allerdings unterschiedlich. Die Grünen erinnerten an die Energiewende, die ohne die Nutzung von Windkraft nicht möglich sei. "Eine Repowering ist zu prüfen", meinte Heinz Strassmann. Die SPD teilt die Besorgnis der Levester Bürger. „Mit einem Windpark wie gehabt können wir aber leben“, sagte der Fraktionsvorsitzende Henning Harter. So geht es auch der CDU. Auch sie teilt die Angst viele Levester vor einem Repowering. Kritik an der Betreiberfirma Windwärts äußerten die Liberalen. Dem Unternehmen gehe es mehr um Gewinnmaximierung als um die Gesundheit der Menschen, kritisierte Kai Magnus Paulsen.

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Von Redakteur Dirk Wirausky

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