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Ein Hund als bester Freund

Leveste Ein Hund als bester Freund

Der elfjährige Benedikt aus Leveste leidet unter dem Fragilen-X-Syndrom, ein unheilbarer Gendefekt. Ein nur für ihn ausgebildeter Assistenzhund soll nun das Leben des Jungen und der Familie erleichtern.

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Der Labrador Aladin wird zum Begleiter von Benedikt ausgebildet.

Quelle: privat

Leveste. „Benedikt ist anders.“ Das wusste Mutter Miriam Schmidt bereits früh. Mehrere Untersuchungen ließ sie ausführen. Ohne wirkliches Ergebnis. Bis zum sechsten Lebensjahr sei Benedikt entwicklungsverzögert gewesen. Erst mit zwei Jahren konnte er laufen. Das Sprechen fiel ihm schwer. Und er war hyperaktiv. „Ein kleiner Wusel“ , berichtet die Mutter. Ständig ist er in Bewegung und Gefahren kann er nicht gut einschätzen. Erst als Benedikt sechs Jahre alt war, hatten die Eltern Gewissheit: Er hat einen Gen-Defekt und leidet an dem sogenannten Fragilen-X-Syndrom – unheilbar lautet die Diagnose. „Es war ein Schock“, sagt Miriam. Doch Benedikt hatte Glück. Er kam stets in Einrichtungen, die sich großartig um den Jungen kümmerten. Erst im Kindergarten Lemmie, dann in der Albert Schweitzer Grundschule Goltern und jetzt an der Bert-Brecht-Schule in Barsinghausen. Letzteres ist nur möglich geworden, weil sich das Kultusministerium unterstützend eingeschaltet hat. Die Landesschulbehörde hatte es abgelehnt, Benedikt an einer Förderschule Lernen unterrichten zu lassen. „Es passt perfekt“, freut sich Miriam Schmidt. Die Schule sei toll, die Lehrer engagiert und motiviert. Benedikts Alltag ist anders. „Das Leben rauscht an ihm aufgrund seiner massiven Wahrnehmungsstörung wie im Eiltempo vorbei, als säße er den ganzen Tag in einem ICE Hochgeschwindigkeitszug und schaue aus dem Fenster. Er kann Reize schlechter filtern als wir, eine völlige Reizüberflutung“, beschreibt Vater Gerald die Gemütslage seines Sohnes. Rund um die Uhr muss ein Familienmitglied bei ihm sein. „Er ist schnell überfordert und hat permanent Angst vor neuen Situationen und ihm unbekannten Menschen“, sagt Gerald Schmidt. Und: Er zieht sich zurück. Der Elfjährige verlässt heute freiwillig selten die häusliche Umgebung. Er hat kaum soziale Kontakte. Was hilft, ist die tolle Nachbarschaft im Levester Bruchfeld. Die Behinderung betrifft die ganze Familie, auch Schwester Hanna (9). „Unser Leben hat sich durch Benedikts Situation sehr geändert“, sagt Gerald Schmidt. Es sei lauter, unangepasster und nichts sei planbar. Ein Assistenzhund soll helfen, das Leben von Benedikt zu ändern – „als Brücke zwischen seiner und unserer Welt“, sagt Mutter Miriam. Das Tier soll den Elfjährigen im Straßenverkehr und bei öffentlichen Veranstaltungen begleiten, ihm Sicherheit und Ruhe geben. „Er soll sein Freund, Beschützer und Begleiter sein“, hofft Mutter Miriam. Das Tier soll merken, wenn Benedikt nervös und unruhig wird, um ihn dann aus dieser Situation herauszuführen. Die Ausbildung des Hundes im WZ Hundezentrum Norddeutschland ist allerdings kostspielig. Etwa 25 000 Euro kostet der ausgebildete Labrador, der auf den Namen Aladin hört. Die Ausbildung ist langwierig. Sie dauert etwa zwei Jahre. Und sie ist direkt auf Benedikts Bedürfnisse zugeschnitten. „Wir hoffen sehr, dass es unser Leben erleichtert“, sagt Miriam Schmidt. Und es soll auch Hoffnung für andere Familien machen, die Kinder mit gleichen Symptomen haben. „Es ist ein durchdachtes Konzept“, ist Gerald Schmidt überzeugt. Deshalb hofft die Familie auch, dass Menschen das Projekt unterstützen, zum Beispiel mit einer Spende. Die Familie freut sich deshalb aber auch, wenn Bürger helfen, das Projekt bekannter machen, indem die Seite https://m.facebook.com/assistenzhundaladin gelinkt und geteilt wird. Dort steht auch, wie es mit der Ausbildung von Aladin vorangeht. Informationen gibt es zudem auf Benedikts Homepage http://einassistenzhundfuerbenedikt.jimdo.com. Die ersten Treffen zwischen Benedikt und Aladin gab es bereits. Sie waren vielversprechend. Auch wenn Benedikt stets sehr aufgeregt ist – doch welcher Junge wäre das nicht. Spenden können auf das folgende Konto überwiesen werden: Servicehundzentrum e.V., IBAN: DE25130500000201061988, BIC: NOLADE21ROS, OSPA, Assistenzhund für Benedikt Schmidt.

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