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Familie kritisiert die Kita-Gebühren

Gehrden Familie kritisiert die Kita-Gebühren

Der Stadt droht Ärger: Zahlreiche Eltern sind nicht mit der Erhöhung der Kindergarten-Gebühren zum 1. August einverstanden. Aus ihrer Sicht ist das Verfahren weder transparent noch gerecht. Zum Teil erhöhen sich die Beträge um 65 Prozent.

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In Gehrden werden die Gebühren für einen Kindergartenplatz erhöht - zum Teil deutlich.

Quelle: Julian Stratenschulte

Gehrden. Knapp 300 Euro monatlich zahlt die Familie van der Velde für die Betreuungsplätze ihrer beiden Kinder Leni und Robin (beide 4). Künftig sind es fast 500 Euro. Eine Steigerung um 65 Prozent. 325 Euro (statt wie bisher 197 Euro) kostet der Familie aus Leveste ab dem 1. August ein Platz in der Kita, dazu kommen noch einmal 50 Prozent des Höchstsatzes für das Geschwisterkind. Die Zwillinge werden 6,5 Stunden betreut.

Für Martina van der Velde und ihren Mann Uwe ist das eine unverhältnismäßige Erhöhung. "Uns war klar, dass wir wieder den Höchstsatz zahlen, aber mit solch einer Anhebung haben wir nicht gerechnet", sagt Martina van der Velde. Und sie kritisiert die Verwaltung. Diese hatte davon gesprochen, dass die Gebühren im Schnitt um 11 Prozent erhöht werden. "So ist das aber nicht für jede Familie", sagt Martina van der Velde.

Augenwischerei nennt das der Vorsitzende des Levester CDU-Ortsverbandes Ernst-Richard H.-Köper. Er habe sich der Sache angenommen, weil die Familie an ihn herangetreten sei. "Ich fühle mich als Ratskandidat und Ortsverbandvorsitzender dazu verpflichtet", sagt er. Es sei zwar unumgänglich, dass die Kita-Gebühren angepasst werden müssten - zumal die kommunale Finanzaufsicht das gefordert habe. Aber Steigerungen um 65 Prozent seien nicht akzeptabel, sagt Köper. Aus seiner Sicht ist bei der Ausgestaltung der neuen Satzung etwas gründlich schiefgegangen.

Den Politikern, die einer Erhöhung im Juni mehrheitlich zugestimmt haben, macht Martina van der Velde keinen Vorwurf. "Sie sind von der Verwaltung schlecht informiert worden", meint die Levesterin. Die Vorlage sei missverständlich. "Ich hoffe, dass der Rat darauf reagiert und sich mit dem Thema noch einmal eingehend befasst", sagt sie. Für Martina van der Velde steht fest: "Nicht alle Eltern haben im Monat zusätzlich 190 Euro übrig", sagt sie.

Sie überlegt nun, ob sie den Rechtsweg einschlägt. Zumal die Verwaltung sich rechtswidrig verhalten hat. Noch bevor die neue Satzung im Amtsblatt veröffentlich worden ist, sind die Einkommensbescheide angefordert worden. "Das darf sie nicht", sagt Martina van der Velde. Sie hofft, dass auch andere Eltern gegen die Bescheide vorgehen.

Mit Blick auf andere Kommunen nimmt Gehrden bei den Kindergartengebühren einen Spitzenplatz ein. In Wennigsen würden die Familie van der Velde 239 Euro für einen Betreuungsplatz zahlen, in Burgdorf 195 und in Hannover gar nur 180 Euro.

Nach der neuen Gebührensatzung würde die Kinderbetreuung der Familie van der Velde im Jahr künftig mehr als 7000 Euro kosten - zu Gebühren kommt noch das Essengeld hinzu. "Das ist mehr als wir an Kindergeld für unsere Zwillinge  bekommen", sagt Martina van der Velde. Wie ihr Mann hat sie ihrer Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden reduziert. Unter anderem, um keine Ganztagsplätze in Anspruch nehmen zu müssen. Dafür müssten sie nach der aktuellen Berechnung sogar 750 Euro im Monat zahlen.

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