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Eltern sorgen sich wegen Inklusion

Gehrden Eltern sorgen sich wegen Inklusion

Massive Störungen im Unterricht, überforderte Lehrer, Konzentrationsschwierigkeiten bei leistungsstarken Schülern: Die zunehmenden Auswirkungen der Inklusion auf den Lernbetrieb bereiten der Elternschaft der Grundschule Am Castrum Sorgen. Sie fordern die Einstellung von Sozialarbeitern – als zusätzliches Betreuungspersonal.

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Die Schulternratsvorsitzende Diana Oldenburg übergibt dem Ausschussvorsitzenden Peter Lübcke eine Unterschriftensammlung besorgter Eltern.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Die Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses der Stadt haben es seit ihrer jüngsten Sitzung schriftlich: Die Elternratsvorsitzende der Grundschule Am Castrum, Diana Oldenburg, übergab dem Ausschussvorsitzenden Peter Lübcke im Bürgersaal eine Sammlung mit mehr als 300 Unterschriften - verknüpft mit einem Hilfegesuch besorgter Eltern: "Ich wende mich an den Ausschuss, weil die Situation immer bedenklicher wird", sagte Oldenburg.

Sie übermittelte stellvertretend für etliche Väter und Mütter von Gehrdener Grundschülern eine Botschaft: "Wir fordern die Einstellung eines oder mehrerer Schulsozialarbeiter", sagte Oldenburg. Der Hintergrund: Große Teile der Elternschaft machen sich erhebliche Sorgen, weil ihre Kinder wegen extrem verhaltensauffälliger Inklusionsschüler zunehmend Probleme haben, dem Unterricht zu folgen. "Es gibt in der Grundschule Am Castrum inzwischen in jeder Klasse einen oder mehrere Schüler, die wegen ihres extremen Verhaltens die besondere Aufmerksamkeit des unterrichtenden Lehrers in Beschlag nehmen", berichtete Oldenburg. Weil die zusätzlichen Förderlehrkräfte nur stundenweise als Betreuung zur Verfügung stünden, könne der jeweilige Pädagoge nicht mehr allen Schülern gleichermaßen gerecht werden.

Laut Oldenburg ist auch die steigende Anzahl von Flüchtlingskindern für viele Pädagogen eine zusätzliche Belastung - vor allem wegen traumatisierter Kinder. "Die Lehrer sind total engagiert, aber es sind keine Therapeuten", beschrieb die Elternratsvorsitzende das Problem. Offenbar hatten kürzlich auch Grundschulpädagogen gegenüber der Stadt eingeräumt: Zusätzliche Sozialarbeiter und spezielles Sozialtraining wären eine große Entlastung.

Genau das wollen die Eltern auf den Weg bringen. Wie eine auf betroffene Inklusionskinder zugeschnittene Trainingsmaßnahme funktioniert, erläuterte die Leiterin der Grundschule Am Langen Feld, Stefanie Diemert. Demnach sollen Kinder mit besonderem sozial-emotionalem Förderbedarf bei Zwischenfällen mithilfe von Schulsozialarbeitern spezielle Auszeiten in einem Extraraum bekommen - wenn sie den Unterricht wegen Überforderung oder anderer Probleme nicht mehr aushalten und mit undiszipliniertem oder störendem Verhalten reagieren. Auch Diemert unterstützt die Elternforderung. "Wir können ja die Kinder nicht unbeaufsichtigt aus der Klasse schicken, wenn sie mit ihrem Verhalten anderen Schülern schaden", sagte sie.

Die Ausschussmitglieder versprachen, sich der Sache anzunehmen. Normalerweise seien Stellenbesetzungen und Personalfragen zwar Angelegenheiten der Landesschulbehörde. Als freiwillige Leistung sei es aber auch für den kommunalen Schulträger möglich, Schulsozialarbeiter einzustellen. Laut Ausschussvorsitzendem Lübcke sind an der größeren Grundschule Am Castrum besonders viele betroffene Inklusionskinder - wegen des größeren Einzugsgebietes und der sozialen Bevölkerungsstruktur am Standort.

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