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"Verhindern kann man das kaum"

Everloh "Verhindern kann man das kaum"

Das Auftauchen einer Wildschweinrotte in Everloh ist noch immer beherrschendes Thema. Experten halten den Vorfall, bei dem ein Tier erschossen wurde, allerdings für eine Ausnahme. Wahrscheinlich seien die Tiere erschreckt worden und hätten sich dann in die Enge getrieben gefühlt.

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Die Polizei musste am Wochenende in Everloh ein Wildschwein erschießen.

Quelle: Foto:Christian Elsner HAZ / NP

Everloh. Es waren nur Sekunden: "Plötzlich tauchte neben mir ein großer dunkler Schatten auf, wie aus dem Nichts, es war schon etwas unheimlich", erzählt die Ronnenbergerin, die auf dem Beifahrersitz saß. Mit ihrem Mann ist sie auf dem Weg zum Adventsmarkt in Lenthe, als die Wildschweinrotte in Everloh den Verkehr lahmlegt. Kurz vor der Kreuzung, an der es auf der B 65 rechts ab geht, stürzt eines der Tiere plötzlich die Böschung herunter und springt ihnen ins Auto. Bei dem Unfall reißt der Kotflügel.

Mehrere Stunden lang waren die Wildschweine am Sonnabend durch den 500-Einwohner-Ort getobt. Ein Großaufgebot an Polizei und Jägern war im Einsatz. Ein Wildschwein konnte mit einem Betäubungspfeil erwischt werden - doch der wirkte nicht. Deshalb erschoss ein Polizist die Bache mit einer Maschinenpistole. Aus Sicherheitsgründen.

Jagdpächter Heiko Reverey aus Everloh, dem das Revier am Benther Berg gehört und der am Sonnabend dabei gewesen ist, vermutet, dass Spaziergänger oder ein Hund die Wildschweine im Feld aufgeschreckt hatten. Die Felder sind abgeerntet. Dort haben die Tiere momentan keine Deckung mehr. Mit ihren kräftigen Rüsseln wühlen die Borstentiere gerne die Böden nach Essbarem auf. Rüben, Weizenkörner, Maiskolben, Eicheln, Bucheckern. "Verhindern kann man das kaum", sagt Reverey. Im Dorf liefen die Wildschweine dann vermutlich Amok, weil sie nicht mehr wussten, wohin. Wildschweine können nicht gut gucken.

Dass sich Wildschweine vom Benther Berg, aus dem Großen Holz oder dem Deister in eine Siedlung verirren, kommt vor. So ein drastischer Vorfall ist aber ein Einzelfall.

Ein Wildschwein "braucht eine Rückzugsmöglichkeit", sagt Reverey. Und das bedeutet: "Nicht auf das Wildschwein zugehen, nicht hektisch werden, sondern ruhig bleiben", rät er. Das Tier darf nicht in Panik geraten. "In der Regel wollen die Wildschweine nichts von uns", erklärt Reverey. "Aber wenn sie sich vor uns erschrecken und die Fluchtdistanz unterschritten wird, kann es brenzlig werden."

Grundsätzlich gilt: Wildschweine sind friedliebende Tiere und "sehr, sehr vorsichtig", sagt Bezirksförster Klaus Elsner. Sie gehen dem Menschen lieber aus dem Weg.

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