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Eine Chance in der neuen Heimat

Gehrden Eine Chance in der neuen Heimat

Der Weg zu einem Ausbildungsplatz für Geflüchtete ist lang. Der Syrer Badea Fadel hat es geschafft: Er lernt seit August bei der Firma Michael Weber in Gehrden Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik. Für das Jobcenter, das ihn dabei unterstützt, ein Positivbeispiel.

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Der Syrer Badea Fadel (links) ist seit August Azubi im Gehrdener Heizung-, Lüftung- und Sanitärbetrieb von Michael Weber.

Quelle: Elena Everding

Gehrden. Noch braucht Fadel ab und zu die Hilfe seiner Kollegen, wenn es um schwierige Fachbegriffe geht. Trotz noch bestehenden Sprachschwierigkeiten ist Chef Michael Weber aber mit seinem neuen Azubi rundum zufrieden. "Er passt gut ins Team und ist motiviert", stellt er fest.

Der 33-jährige Fadel floh vor mehr als zwei Jahren von Syrien nach Deutschland. Bald kamen auch seine Frau und sein kleines Kind nach, ein zweites wurde in Deutschland geboren. Was Fadel fehlte: ein Job. In seiner Heimat hat er als Fliesenleger gearbeitet, eine in Deutschland anerkannte Ausbildung hat er allerdings nicht.

"Ich habe mich schon immer für den Beruf interessiert", sagt Fadel über seine Ausbildung als Anlagenmechaniker. Gemeinsam mit seiner Integrationslotsin, eine Bekannte von Weber, fragte er im Januar vergangenen Jahres bei dem Betrieb an der Schulstraße nach, ob er dort eine Ausbildung machen könnte.

"Ich finde, das ist auch eine Sache der sozialen Verantwortung", sagt Weber, der Fadel Hoffnung auf eine Lehrstelle bei ihm machte. Dann führte der Weg den Syrer zu Ortrun Schiel vom Jobcenter Barsinghausen. "Ich habe ihm dann einen Integrationskurs vermittelt", erzählt sie. Dort hat er eifrig Deutsch gepaukt. Sein Können unter Beweis stellen durfte Fadel bei zwei Praktika bei Michael Weber. Der Chef war so überzeugt, dass er dem 33-Jährigen einen Ausbildungsvertrag angeboten hat.

So erfolgreich wie Fadel sind weitaus nicht alle Geflüchteten bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, weiß Ulf Lasko Werner vom Jobcenter Region Hannover. "Bei vielen gibt es eine Sprachbarriere. Zudem werden die ausländischen Abschlüsse nicht anerkannt", sagt er. Somit liege es oft an den Betrieben, ob sie dem Flüchtling eine Chance auf dem Arbeitsmarkt geben.

Dabei suchen viele Firmen in Branchen wie Handwerk oder auch Gastronomie händeringend nach Azubis. "In diesen Bereichen haben Geflüchtete gute Chancen", sagt Werner. Trotzdem müssten die Bewerber geeignet sein, weshalb persönliche Kompetenzen hier eine größere Rolle spielen würden als Abschlusszeugnisse.

Nach zwei Monaten als Azubi ist Fadel noch immer von seiner Arbeit begeistert: "Es macht mir Spaß und die Kollegen sind nett", sagt er. Zusätzlich nimmt Fadel nebenher an dem Programm "Assistiere Ausbildung" des Jobcenters teil. Auch sein Chef ist von seiner zuverlässigen Art überzeugt. Er könne sich gut vorstellen, im nächsten Jahr wieder Geflüchtete als Azubi zu nehmen. Werner weist darauf hin, dass Betriebe, die Flüchtlinge ausbilden würden, beim Jobcenter Beratung und Unterstützung bekommen.

Von Elena Everding

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