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Für Flüchtlinge ist alles neu

Gehrden Für Flüchtlinge ist alles neu

Zahlreiche Bürger wirken bei der Flüchtlingsarbeit der Freiwilligen-Agentur Gehrden mit. Sie begleiten Familien oder helfen als Dolmetscher – so wie Nahid Nateqi und Ulrich Nolte.

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Ulrich Nolte, Najla Hamo, Nahid Nateqi und Hubert Matyschok im Bundestag. Die vier ehrenamtlichen Helfer der Freiwilligen-Agentur Gehrden waren Gäste der Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth.

Quelle: Wirausky

Gehrden. Für Ulrich Nolte steht es völlig außer Frage. „Die Menschen aus anderen Ländern brauchen unsere Unterstützung“, sagt der Lemmier. Ziel müsse es sein, dass sie ihren Alltag selbst bestimmen können. „Das ist ein langwieriger Prozess“, sagt Nolte.

Er arbeitet seit mehr als einem Jahr bei der Freiwilligen-Agentur freiraum mit und betreut Familien. „Für die Menschen ist alles neu“, sagt Nolte. Ob Öffnungszeiten, Mülltrennung, Busfahrpläne, Krankenschein, Abheften von wichtigen Unterlagen, Behördengänge, Kehrwoche im Treppenhaus oder Untersuchungen für Kinder – „Die Notwendigkeit solcher Dinge ist ihnen nicht bekannt“, sagt Nolte. Dazu kommen Sprachprobleme. „Viele Neuankömmlinge müssen Zahlen und Buchstaben erst lernen“, sagt Nolte. Aus seiner Sicht müsste den Flüchtlinge unmittelbar nach der Ankunft erklärt werden, was Deutschland ist und was sie in Gehrden erwartet – „und zwar anfangs in Muttersprache, damit sie eine bessere Orientierung im neuen Land haben“, meint Nolte.

Selbst die westliche Zeitrechnung mit Jahren, Monaten, Tagen und Stunden sei eine Hürde für die Flüchtlinge, sagt Nahid Nateqi. Den Begriff „Termin“ gebe es in der persischen Sprache gar nicht. Nateqi kommt aus Afghanistan, lebt aber bereits seit Jahren in Gehrden. Sie hilft in der Agentur unter anderem als Dolmetscherin - und als Bindeglied der Kulturen. „Es ist für Deutsche nicht immer leicht, die Mentalität der Menschen zu verstehen“, sagt sie. Zurzeit werden 90 Personen durch freiraum begleitet – darunter sind 50 Kinder.

Ein neues Angebot, um die verschiedenen Nationalitäten miteinander ins Gespräch zu bringen, hat der ehemalige Pastor Dirk Steffens initiiert: eine Teestunde für Männer. „Das ist ein stressfreies Angebot“, sagt er. Im Mittelpunkt steht freitags von 18 bis 20 Uhr in den Räumen der Freiwilligen-Agentur der Austausch und die Diskussion. „Wir sprechen über das, was uns gerade interessiert“, sagt Steffens – über Zeitungsartikel oder das Leben in Gehrden. Manchmal wird auch einfach nur gespielt.

Vier ehrenamtliche Helfer aus Gehrden waren nun auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Maria Flachsbarth in Berlin. Darunter auch Ulrich Nolte und Nahid Nateqi. „Es war ein großes Erlebnis für mich“, sagt Nateqi. Unter anderem habe es eine spontane Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gegeben. Neben Nolte und Nateqi waren auch Najla Hamo und Hubert Matyschok mit in der Bundeshauptstadt.

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