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Fluglärm nervt viele Bürger

Gehrden Fluglärm nervt viele Bürger

Gehrden liegt bekanntlich nicht gerade in unmittelbarer Nähe des Flughafens Hannover-Langenhagen, die Auswirkungen spüren die Bürger dennoch. Eine Route der Flieger führt direkt über den Burgberg - und bringt die Gehrdener häufig um den Schlaf.

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Fluglärm in Gehrden? An Westwindtagen überfliegen 70 bis 100 Flugzeuge unmittelbar nach dem Start das Calenberger Land im Steigflug.

Quelle: Carina Bahl (Archiv)

Gehrden. Speziell die sogenannte „Povel“-Route belastet die Stadt. An Westwindtagen - und damit an 70 Prozent aller Tage im Jahr - überqueren zwischen 70 und 100 Flugzeuge unmittelbar nach dem Start das Calenberger Land. Laut CDU-Ratsherr Gero Förster ist keine Kommune im Süden der Region so stark von Fluglärm betroffen wie Gehrden. Die Bewohner sind demnach dem Lärm der im Steigflug mit voller Schubkraft fliegenden Verkehrsmaschinen ausgesetzt - besonders nachts sind die Geräusche unüberhörbar.

Beschwerden von Bürgern beim zuständigen Lärmschutzbeauftragten des Flughafens hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Sie blieben erfolglos. Auch ein Vorstoß Försters wurde abgeblockt. Der Lärmschutzbeauftragte habe ihm lapidar geantwortet, er könne ja sein Haus besser dämmen. Die CDU fordert deshalb die Verwaltung zum Handeln auf. „Sie hat mehr Gewicht als ein einzelner Bürger“, sagt Förster. Sie soll bei den zuständigen Behörden vorstellig werden und sie auffordern, die Flugroute so zu verlegen, dass das Gehrdener Stadtgebiet künftig nicht mehr überquert wird. „Fluglärm schadet der Gesundheit“, heißt es in einem Antrag der Union. Gleichzeitig zeichnet die CDU auch zwei alternative Strecken auf: Ein Route führt südlich an Gehrden vorbei, die andere verläuft im Norden des Stadtgebietes.

Der Vorschlag der CDU stößt bereits jetzt auf Gegenwind. Die Everloher sind „ein bisschen ungehalten“, sagt Ortsbürgermeister Gerhard Finger. Denn die von den Christdemokraten ausgearbeitete nördliche Fluglinie führt direkt über den Ortsteil. „Damit können wir nicht einverstanden sein“, sagt Finger. Schließlich sei sein Dorf durch den Autoverkehr der B 65 schon genug belastet. Diesen Bedenken wollen die Everloher in der Ausschusssitzung für Verkehr, Brandschutz und Gefahrenabwehr heute Nachdruck verleihen. Das Thema steht ab 18 Uhr im Besprechungsraum des Rathauses auf der Tagesordnung.

Fluglärm

Gesetz legt Grenzen fest

Im Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm aus dem Jahr 2007 hat der Bund die Festsetzung von Lärmschutzbereichen an das Land übertragen. Dieses legt das Ausmaß der Schutzzonen durch komplexe Rechenmodelle fest. Einbezogen werden dabei die Geräusche der Flugzeuge sowohl in der Luft als auch am Boden. Die nicht öffentlich tagende Fluglärmschutzkommission berät mit Vertretern aus Anrainerkommunen, Bürgerinitiativen und Anteilseignern das Wirtschaftsministerium als Aufsichtsbehörde des Flughafens. Der anerkannte Lärmforscher Gerd Jansen hat 1967 in Laborversuchen herausgefunden, dass maximal sechs störende Lärmereignisse pro Nacht für die Bürger zumutbar sind. Deshalb galten bislang bis zu sechs laute Flüge von mehr als 60 Dezibel als tolerierbar. Im geltenden Gesetz sind 57 Dezibel in der Schutzzone Nacht hinterlegt.

Rebekka Neander

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