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Fehlender Postkasten erhitzt die Gemüter

Gehrden Fehlender Postkasten erhitzt die Gemüter

An der Nordstraße sind bei den Umbauarbeiten auch der Kiosk und der Postkasten entfernt worden. Vor allem der nicht mehr vorhandene Postkasten erhitzt die Gemüter – die Post hält aber an ihrer Analyse fest: Der Ersatz sein unnötig weil sich die nächsten Briefkästen in unmittelbarer Nähe befänden. 

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An der Nordstraße: Der Kiosk ist abgerissen, der Postkasten abmonitiert.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Großer Unmut über einen kleinen gelben Kasten: Es ist nur ein ganz normaler Briefkasten - oder vielmehr war es ein normaler Briefkasten, der nach den Bauarbeiten für den ersten Abschnitt der Innenstadtsanierung kurzerhand von der Deutschen Post für entbehrlich erklärt wurde. In Zeiten von E-Mails, SMS und Whats app fürwahr keine Sensation. Schließlich ist die Postfiliale am Marktplatz nur 200 Meter entfernt. Doch die Volksseele kocht: Anwohner und Geschäftsleute aus dem Norden der Kernstadt fordern, dass an der Nordstraße wieder ein Briefkasten aufgestellt wird.

Etwa ein Jahr ist es her, dass die Einwurfstelle wegen Pflasterarbeiten abgebaut und später nicht wieder aufgestellt wurde. „Ich erhalte unglaublich viele Beschwerden“, sagt sogar Bürgermeister Cord Mittendorf. Vor allem für ältere Menschen mit Rollator aus den nahe gelegenen Wohnstraßen sei der Umweg zum Marktplatz oder zum etwa 300 Meter entfernten Briefkasten am Schäfereiweg beschwerlich. Mittendorf hat zudem beobachtet, dass der Briefkasten der Filiale am Marktplatz an Feiertagen oft förmlich überquelle. Deshalb hat er die Post in einem Schreiben auf die Missstände hingewiesen.

Der Konzern hält jedoch beharrlich an seiner Einschätzung fest: Eine anlässlich der Bauarbeiten routinemäßig angeordnete Überprüfung der Auslastung und Abdeckung habe ergeben, dass Ersatz unnötig sei, sagt Postsprecher Martin Grundler. Die nächsten Briefkästen seien nur etwa 200 und 300 Meter entfernt. Die gesetzlichen Anforderungen und die Netzabdeckung seien vor dem Hintergrund der Auslastung des gestrichenen Briefkastens ausreichend. „Sicher gibt es auch wirtschaftliche Gründe, und wir rütteln an Gewohnheiten der Menschen, aber 200 Meter sind zumutbar“, sagt er.

Die Post nennt zudem Zahlen, die ihre Entscheidung untermauern sollen: In den vergangenen zehn Jahren sei die Anzahl der Zustellungen auch wegen der elektronischen Medien von rund 72 auf 64 Millionen Briefe pro Tag zurückgegangen. Auch die Kritik der Geschäftsleute am fehlenden Briefkasten weist die Post zurück. „Geschäftspost sollte wegen der größeren Mengen in Filialen abgegeben werden“, sagt der Sprecher.

Anwohner Ralf Kaenders lässt sich wegen der Ballung von Supermärkten, Geschäften, Banken und Gastronomie am Steintor aber nicht beirren: „Dort gehört einfach ein Briefkasten hin“, sagt er. Das sieht auch der Bürgermeister so: „Das ist schlechter Service eines Dienstleisters, ich bin darüber sehr enttäuscht.“

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