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Ladenverkauf ist Auslaufmodell

Gehrden Ladenverkauf ist Auslaufmodell

Mit der Schließung des Schuhhauses Buchmeyer hat im Juni das älteste Geschäft in der Gehrdener Innenstadt den Verkaufsbetrieb eingestellt - doch nur vorübergehend. Kerngeschäft ist jetzt der Onlinehandel.

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In dem geschlossenen Schuhladen an der Gartenstraße wurden schon Ende der Vierzigerjahre Schuhe angeboten.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Der Räumungsverkauf ist längst abgeschlossen. Seit dem 1. Juni sind die Ladentüren geschlossen. Trotzdem bleibt eines der beiden Rollgitter vor dem Geschäft weiterhin hoch gezogen. Der Grund sind zwei Schilder vor dem Traditionshaus an der Gartenstraße. Eigentümerin Sonja Buchmeyer informiert darauf über die Paketzustellung für den Onlinehandel und verweist auf eine Neuereöffnung im Oktober.

Beide Schilder werfen bei vielen ehemaligen Kunden zwar Fragen auf, treffen aber im Kern die künftige Verkaufsstrategie der 66-jährigen Buchmeyer. Sie hat das Geschäft kürzlich von ihren Eltern Hans-Jürgen und Cornelia übernommen - in dritter Generation. „Der Laden wurde 1948 von meinen Großeltern gegründet“, sagt die 66-Jährige. Die Gehrdenerin hat die Zeichen der Zeit erkannt. „Der Ladenverkauf lohnt sich nicht mehr“, sagt Buchmeyer. Als Grund nennt sie den seit Jahren zunehmenden Onlinehandel und die Nähe zu Hannover. „Deshalb werden auch noch andere Läden sterben“, glaubt Buchmeyer.

Für sie ist aber nur der Ladenverkauf ein Auslaufmodell. Schon seit 2002 veräußern die Buchmeyers ihre Produkte auch parallel im Internet. „Erst haben wir nur privat einige Ladenhüter angeboten, dann war der Erfolg so groß, dass es ein Onlineshop wurde“, sagt die Inhaberin. Die Verkaufszahlen seien gut. „Der Umgang mit den Kunden ist aber anders, als wenn man sich gegenüber steht.“ Bei einigen Kunden werde der Ton im Internet angesichts der Anonymität schnell sehr schroff, sagt Buchmeyer. Irgendwann pralle das aber an einem ab, sagt sie. „Dafür muss man für den Verkauf nicht ständig vor Ort sein“, nennt die Geschäftsfrau einen Vorteil des Onlinehandels.

Trotzdem soll auch der Laden in absehbarer Zeit wieder öffnen - aber erst nach einem Umbau und auch nur unregelmäßig an einigen Tagen in der Woche. „Der Laden wird vermutlich ab Oktober ein Lager und Gelegenheits-Shop für die Onlineprodukte“, kündigt Buchmeyer an. Sie will auf die Verkaufsaktionen mit Anzeigen aufmerksam machen und beobachten, wie das Angebot angenommen wird. Damit steht das 67 Jahre alte Traditionsgeschäft nach dem großen Umbau zur Kleinpassage 1968 und der Einführung des Onlineshops 2002 vor dem dritten großen Umbruch.

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