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Verein ist offen für alle Frauen auf dem Land

Gehrden/Ronnenberg Verein ist offen für alle Frauen auf dem Land

Die über 400 Mitglieder des 1946 gegründeten Landfrauenvereins Gehrden-Ronnenberg-Hemmingen gehören zur bundesweit größten unabhängigen Frauenorganisation. Die Vorsitzenden Petra Grefe (Gehrden) und Ulrike Wissel-Baumgarte stellen sich neuen gesellschaftlichen Herausforderungen.

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Mit dem neuen Programm sprechen Ulrike Wissel-Baumgarte (links) und Petra Grefe alle Frauen auf dem Land an.

Quelle: Kerstin Siegmund

Gehrden. Muss Frau unbedingt Haus, Hof und Garten besitzen, wenn sie im Verein mitmachen will?

Petra Grefe (lacht): Auf keinen Fall, noch nicht mal ein Balkon muss da sein.

Sie sind beide aus der Landwirtschaft. Welche Frauen spricht der Verein denn an?

Ulrike Baumgarte: Alle Frauen, die auf dem Land leben, können bei uns mitmachen. Wir haben fast alle Berufe dabei und alle Altersgruppen. Die Jüngste ist 27 Jahre alt, die Älteste 93. 80 Prozent der Mitglieder sind nicht aus der Landwirtschaft.

Infos

Vorträge, Fahrten, Seminare und Besichtigungen gehören zum Jahresprogramm der Landfrauen. Die Teilnahme am Regionserntefest am 20. September beendet die Sommerpause. Reiseberichte aus der Amazonas-Region oder von der Seidenstraße in China und Pakistan sind ebenso Bestandteil des Programms wie Informationen über Vorsorgevollmacht und Testament. Das Reiseprogramm bringt die Landfrauen im April nach Nürnberg und Bamberg, im Mai nach Einbeck und im Juni nach Danzig. Besichtigungen des Energiemuseums in Hannover und eines Fischbetriebes am Steinhuder Meer sind fest eingeplant. Das komplette Programm steht im Internet unter kreisland?frauen-hannover.de. Die Vorsitzenden Petra Grefe und Ulrike Wissel-Baumgarte sind unter Telefon (05108) 5085 oder (05109) 4299 zu erreichen.

Und der Begriff Landfrauen ist keine Hemmschwelle für neue Mitglieder?

Grefe: Der Verein ist für alle offen, das hat sich sehr gewandelt. Aber es ist schwierig, vom Hausfrauen-Image runterzukommen.

Baumgarte: Es gibt tatsächlich noch Vorbehalte bei den Frauen. Die Frage „Ich komme nicht aus der Landwirtschaft, ist der Verein richtig für mich?“ taucht auf.

Grefe: Das Image kann so schlecht nicht sein, denn die meisten Frauen kommen über Mund-zu-Mund-Propaganda zu uns. Die Skeptiker unter ihnen schauen sich das an und fast alle bleiben dann dabei. Ganz neu bieten wir Freundinnen-Gutscheine zum Verschenken an. Ein Jahr Mitgliedschaft kostet 25 Euro.

Was haben Sie den Frauen denn zu bieten?

Baumgarte: Eine tolle Gemeinschaft und ein Vereinsleben unabhängig von politischen Parteien oder sonstigen Einflüssen. Das Miteinander ist wichtig, aber auch Denkanstöße sind wertvoll, zu Themen aus Gesellschaft, Politik und Kultur.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Baumgarte: Wir machen die Vorstandsarbeit nicht mehr so konservativ wie es früher üblich war, sondern viel lockerer. Die persönliche Ansprache ist uns sehr wichtig. Diese Tradition ist keineswegs altmodisch, sondern hat sich bewährt. Deshalb werden die Programme auch noch ins Haus gebracht und der Beitrag in bar kassiert. Das machen unsere Ortsvertrauensfrauen, die jedes Mitglied besuchen. Wie wichtig die Gemeinschaft ist, wird an den Frühstückstreffen mit jeweils 100 Teilnehmern deutlich.

Grefe: Wir sind aber auch gut vernetzt, über E-Mail und im Vorstand läuft viel über Whatsapp. Unserem Internetauftritt und dem Programm haben wir ein modernes Layout gegeben. Von den gelben Programmzetteln mit der Landfrauenbiene haben wir uns verabschiedet.

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Von Redakteur Kerstin Siegmund

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