Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Gehrdens Stadtgeschichte wird verlängert

Gehrden Gehrdens Stadtgeschichte wird verlängert

Die Siedlungsgeschichte Gehrdens ist mindestens 100 Jahre älter als bislang angenommen. Archäologen haben an der Kirchstraße Brunnenüberreste aus dem zwölften Jahrhundert frei gelegt. Das beweist eine Besiedlung noch vor dem Bau der Margarethenkirche und der bislang ersten schriftlichen Erwähnung im 13. Jahrhundert.

Voriger Artikel
Buslinie 560 hält doch weiter in Redderse
Nächster Artikel
Bauarbeiten für Kirchofquartier beginnen 2017

Auf dem Areal an der Kirchstraße zeigt Archäologin Ute Bartelt Gehrdens Bürgermeister Cord Mittendorf (siehe Bildergalerie) sowie den Investoren Mattias Böhle und Reinhard Sänger die Brunnenreste.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Es ist keine historische Sensation, aber immerhin ein kleines Zusatzkapitel: Kurz vor dem Ende der Ausgrabungen auf dem künftigen Baugrundstück an der Kirchstraße – in unmittelbarer Nähe zur etwa um 1250 errichteten Margarethenkirche – ist sich die Archäologin Ute Bartelt von der Region Hannover sicher: „Die freigelegten Holzbohlen eines Brunnens belegen, dass im Stadtkern mindestens schon im zwölften Jahrhundert kontinuierlich gesiedelt wurde – möglicherweise auch schon früher“, sagt Bartelt.

Damit geht aus den Funden hervor, dass die Siedlungsgeschichte Gehrdens mindestens 100 Jahre älter ist als bislang angenommen. Bisher galten laut Bartelt die um 1250 erbaute Kirche und die schriftliche Ersterwähnung um 1298 als Richtwerte. „Die Brunnen wurden aber mindestens 100 Jahre davor angelegt“, sagt Bartelt. Wie lange davor sollen nun dendrologische Untersuchungen der Holzbohlen zeigen. An den Ringen der Hölzer lasse sich genau das Alter des benutzten Holzes feststellen.

Bartelt ist mit ihrem Team seit Juli auf dem Gelände eines zuvor abgerissenen Supermarktes. Dort soll nach den Ausgrabungen ein Gebäudeensemble mit 35 Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage entstehen. Wegen des Standorts im historischen Ortskern hatten die Archäologen auf neue Siedlungserkenntnisse gehofft. Und sie hoffen weiter: "Einen Quadranten müssen wir noch untersuchen“, sagt Bartelt.

Ihr Team hat auf dem rund 2500 Quadratmeter großen Grundstück die Überreste von fünf Brunnenanlagen frei gelegt – Vorgängerbebauung unter einer im 16. Jahrhundert errichteten Hofstelle der Familie Garbe. Bei den Ausgrabungen waren zuvor schon Keramikteile und Ziegelfragmente aus dem 13. Jahrhundert sowie eine Tonfigur aus dem 14. Jahrhundert gefunden worden. Weil diese Fundstücke nach bisherigen Erkenntnissen zum Verfüllen der alten Brunnen benutzt worden waren, hatten die Archäologen mit noch älteren Spuren gerechnet und mühsam die Brunnenbohlen frei gelegt.

„Wann die Brunnen angelegt wurden, werden die Holzuntersuchungen zeigen“, sagt Bartelt. Ende des Monat will sie mit ihrem Team abrücken. Dann sollen alle Fundstücke abgetragen sein. Bartelt bedauert, dass erst 1979 im Denkmalschutzgesetz vor Neubauprojekten Ausgrabungen an archäologisch interessanten Standorten Standard wurden. Bei Bau des Supermarktes seien auf dem Areal viele Spuren verwischt worden.

doc6rv0k6670w7qa91zdep

Fotostrecke Gehrden: Gehrdens Stadtgeschichte wird verlängert

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Gehrden
doc6spuzuimfg5l89ow7d5
Das Weihnachtsdorf funkelt wieder

Fotostrecke Gehrden: Das Weihnachtsdorf funkelt wieder