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Ein glanzvolles Musikerlebnis

Gehrden Ein glanzvolles Musikerlebnis

200 Zuhörer in der Gehrdener Margarethenkirche ließen sich die Aufführung des Oratoriums „Theodora“ von Georg Friedrich Händel unter der Leitung von Christian Windhorst nicht entgehen. Das Publikum belohnte die Höchstleistung aller Mitwirkenden mit großem Applaus.

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Sopranistin Francisca Prudenico hat als Theodora etliche denkwürdige Momente.

Quelle: Rabenhorst

Gehrden. Nach dem dreistündigen Konzert in englischer Sprache gab es beim Publikum kein Halten mehr. Die Zuhörer erhoben sich applaudierend von ihren Plätzen, Bravo-Rufe waren zu hören. Der Beifall gebührte allen Mitwirkenden, aber er brandete besonders lautstark auf, als sich der Kantor der Margarethengemeinde verbeugte. Nicht zuletzt Christian Windhorst haben die Zuhörer dieses glanzvolle Musikerlebnis zu verdanken.

Die Geschichte um Theodora, die aus christlicher Tugend eher zur Märtyrerin wird, als römischen Göttern zu huldigen, ist tragisch und düster. Händel ist bei der Vertonung dieses Stoffs eine dramaturgisch-musikalisch ausgeklügelte Gesamtstruktur gelungen - mit hochexpressiven Arien und mit „He saw the lovely youth“ einen von vielen eindrucksvollen Chören, den Händel selbst seinem Hallelujah vorzog.

Für solche Musik braucht es entsprechende Interpreten. Sopranistin Francisca Prudencio hatte als Theodora etliche große Momente, darunter die so friedvolle Arie „Angels, ever bright and fair“. Mit Mareike Bielenberg als Didymus war ihr ein Geliebter zur Seite gestellt, deren Alt-Stimme Lyrik und Dramatik gleichermaßen auszudrücken vermag. Ihr unbegleiteter Einstieg in „The raptur’d soul defies the sword“ war durch Schmelz und Strahlkraft eines der frühen Glanzlichter im ersten Akt. Mezzosopranistin Susanne Wiencierz sang als Irene mit „As with rosy steps the morn“ eine der zartesten Arien, die Händel je geschrieben hat. Florian Lohmann hat in „From virtue springs each gen’rous deed“ den Triumph der Tugend kraftvoll und in sich selbst ruhend besungen. Sein schöner Tenor hatte eine angenehme Fülle. Und schließlich war da noch Janno Scheller als Widersacher und Statthalter Valens, dem Händel nur wenig Gelegenheit gegeben hat, sängerisch hervorzutreten. Schaller aber nutzte die wenigen kurzen Arien, um mit seinem kraftvollen Bass-Bariton in Erinnerung zu bleiben.

Sehr gut herausgearbeitet hat Windhorst den religiösen Dualismus zwischen dem Chor der Heiden (Margarethenkantorei) und dem der Christen (Jugendchorgruppe). Der Kirchenkreiskantor führte seine Musiker durch römische Fanfaren, flehende Streicherkaskaden und die ausdrucksstarken Duette von Theodora und Didymus. Eine Höchstleistung vollbrachten dabei auch die 20 Musiker des Barockorchesters auf historischen Instrumenten.

Von Heidi Rabenhorst

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