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Nach dem Brand: Hilfswelle macht Familien Mut

Gehrden/Everloh Nach dem Brand: Hilfswelle macht Familien Mut

Drei Tage nach dem Dachstuhlbrand eines Wohnhauses in Everloh sitzt der Schock bei den beiden betroffenen Familien tief: Sie haben in der Schreckensnacht all ihr Hab und Gut verloren. In ihrer Notunterkunft sind unterdessen kistenweise Sachspenden eingetroffen. Nun beginnt die Wohnungssuche.

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Nach dem Brand ist das Haus in Everloh unbewohnbar. Die Flüchtlingsunterkunft (Bild unten) dient den betroffenen Familien als Ausweichquartier.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden/Everloh. Ursprünglich war Containerbau am Bünteweg als Sammelunterkunft für Flüchtlinge errichtet worden. Nur weil sich die Zuweisungszahlen für die Stadt nicht erfüllt haben, können dort nun vorübergehend zwei Familien aus Everloh wohnen. Nach einem Dachstuhlbrand ist das Zweifamilienhaus, in dem die beiden Sechs-Personen-Haushalte zur Miete wohnten, unbewohnbar.

Im Eingangsbereich der Unterkunft am Bünteweg stapeln sich Kisten mit gespendeter Kleidung und Babywindeln. Die Familien sind sehr dankbar über ihre Unterbringung. „Das haben wir dem Bürgermeister zu verdanken“, sagt die erwachsene Tochter aus einer der Familien. Sie bittet um Verständnis: Keine Namen, keine Fotos – und keine Spendenaufrufe mehr. „Läuft alles über die Stadt, das wird uns sonst zu viel“, sagt die Frau.

Ein junger Mann gibt Einblick in sein Seelenleben: „Das war wie im Film. Wir wissen immer noch nicht, was gerade abläuft“, sagt er. An Alltag ist für die Familien derzeit nicht zu denken. Inwieweit Ansprüche gegenüber Versicherungen bestehen? „So weit sind wir noch nicht“, sagt der Mann. Er müsse nun zur Arbeit. „Es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagt er.

Eine Botschaft möchten die Familien loswerden: „Wir sind den Feuerwehrleuten und dem Bürgermeister unglaublich dankbar – und auch für die Hilfe aus der Bevölkerung“, sagt die Frau. Der Brand hatte im sozialen Netzwerk Facebook eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst – mit Spendenaufrufen und einer Flut an Sachspenden. „Das haben wir gestoppt, wir haben erst einmal alles", sagt die Frau.

Was die Familien noch dringend benötigen: „Zwei Wohnungen oder Häuser für zwei Sechs-Personen-Haushalte mit jeweils einem Hund – gern auch in den Orten“, sagt Bürgermeister Cord Mittendorf. Die Koordinierung der Hilfsaktionen ist im Rathaus zur Chefsache geworden. Mittendorf betont gegenüber möglichen Vermietern: „Die Familien verfügen über geregelte Einkommen.“ Er bittet darum, Geldspenden künftig auf einem von der Stadt nun eingerichteten Konto der Sparkasse Hannover zu bündeln. Kennwort: „Dachstuhlbrand Everloh“, IBAN: DE 3425 0501 8000 0700 4344.

Inzwischen steht auch die Brandursache fest. Die Ermittler der Kriminalpolizei von einem technischen Defekt an einem Sicherungskasten aus. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei aktuell auf 200 000 Euro.

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Nach dem Brand ist das Haus in Everloh unbewohnbar. Die Flüchtlingsunterkunft (Bild unten) dient den betroffenen Familien als Ausweichquartier.

Quelle: Ingo Rodriguez
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