Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
"Der Abschied ist mir nicht leicht gefallen"

Gehrden "Der Abschied ist mir nicht leicht gefallen"

Endstation des Bistro „Linie 10“ für Betreiber Karsten Euchner: Er ist nun neuer Clubwirt beim SV Gehrden. Einen Nachfolger für die Linie 10 gibt es noch nicht.

Voriger Artikel
Mehrgenerationenhaus: Finanzierung unklar
Nächster Artikel
"Stunden, die ich nie vergessen werde"

Karsten Euchner, der 23 Jahre das Lokal Linie 10 am Marktplatz betrieben hat, steht nun beim SV Gehrden am Zapfhahn.

Quelle: Stephan Hartung

Gehrden. Natürlich war etwas Wehmut dabei. „Der Abschied ist mir nicht leicht gefallen. Schließlich hat es mir dort immer sehr viel Spaß gemacht, in der zentralen Lage in der Gehrdener Fußgängerzone habe ich viele Menschen kennengelernt“, erinnert sich Karsten Euchner, der 23 Jahre lang die „Linie 10“ am Marktplatz betrieben hat. Am 14. März war Schluss. „Ich stand dort hinter dem Tresen. Da hört man die unterschiedlichsten Geschichten der Menschen, baut Kontakte zu vielen Stammkunden auf“, sagt Euchner und lacht. „Da war die ganze Bandbreite dabei. Was aber leider auch dazugehört: Viele Leute, die einem ans Herz gewachsen sind, sind auch schon verstorben“, sagt der 50-Jährige, der selbst gar nicht aus der Gastronomie kommt – er ist gelernter Werkzeugmacher.

Nun hat Euchner eine neue Aufgabe übernommen. Im sanierten und renovierten Sportheim des SV Gehrden hat er seit dem 17. März als Clubwirt den Hut auf – für ihn ein gutes Omen. „Das ist genau das gleiche Datum wie damals bei der Linie 10, in der ich am 17. März 1994 angefangen habe – und das war ja auch eine sehr schöne Zeit.“ Was ihn erfreut: „In der Linie 10 war es zuletzt nur noch ein reiner Kneipen-Betrieb, auch wenn wir früher noch eine kleine Speisekarte hatten. Im Sportheim macht das jetzt natürlich etwas mehr Spaß, weil wir hier eine richtige Küche haben.“ Er selbst steht am Tresen, und beschäftigt aktuell zwei Vollzeitangestellte, in Kürze sollen es drei werden. „Es läuft wie geschnitten Brot“

Beim SV Gehrden selbst ist man zufrieden, dass der reibungslose Übergang zwischen dem bisherigen Chef der Vereinsgaststätte, Gerhard Voigt, zum neuen Betreiber inklusive Sanierung so reibungslos geklappt hat. „Es läuft alles wie geschnitten Brot. Die Mischung aus bürgerlicher Küche und klassischen Sportheim-Angeboten wie Pizza und Currywurst wird super angenommen“, freut sich Rolf Meyer, Vorsitzender des SV Gehrden und berichtet davon, „dass es in den ersten drei Wochen schon oft vorgekommen ist, dass die Gaststätte komplett gefüllt war“. Bei der Frage, ob dies nur auf das Angebot an sich zurückzuführen ist, muss Meyer nicht lange überlegen. „Das hat natürlich auch mit dem Bekanntheitsgrad von Herrn Euchner zu tun. Das hilft uns sehr.“ In Gehrden ist Karsten Euchner nicht zuletzt wegen seiner langjährigen Gastronomie-Tätigkeit in zentraler Lage ein bekanntes Gesicht. Er ist außerdem seit frühester Jugend Mitglied im SV Gehrden, hat auch lange Zeit in der ersten Herrenmannschaft der Fußballabteilung des Vereins gespielt.

Am 17. März 1994 eröffnete Karsten Euchner die Linie 10. Das kleine Restaurant war früher eine Kegelbahn, erst in den Wochen zuvor erfolgte der Umbau zu einem gastronomischen Betrieb. „Dabei war die Idee aus einer Bierlaune heraus entstanden, welche Alternative man errichten sollte für die Kegelbahn, die nicht mehr so gut angenommen wurde“, erinnert sich Euchner. Der Name „Linie 10“ ist eine Hommage an die ehemalige Straßenbahnlinie, die von Hannover aus bis nach Gehrden (eingestellt 1961) und Barsinghausen (1958) fuhr. Am 14. März dieses Jahres hatte Euchner seinen letzten Arbeitstag in der Kneipe. Seitdem ist die Linie 10 geschlossen. Die Eigentümer Cem Kaya und Hussein Ünlü prüfen derzeit Konzepte – Interessenten können sich im benachbarten Hotel Ratskeller melden.

Von Stephan Hartung

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6waoz45dtw712dhu7669
Parkgeflüster ist Anwohnern viel zu laut

Fotostrecke Gehrden: Parkgeflüster ist Anwohnern viel zu laut