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Über alte Streiche wird noch heute gelacht

Gehrden Über alte Streiche wird noch heute gelacht

63 Jahre nach ihrem Schulabschluss treffen sich die ehemaligen Klassenkameraden der Stadtrandschule in Gehrden noch immer. Im Ratskeller in Gehrden schwelgen sie in Erinnerungen, lachen über die Streiche von damals - und sind ein bisschen neidisch auf die heutige Schülergeneration.

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Die Klassenkameraden vor 63 Jahren und heute.

Quelle: Johanna Kruse

Gehrden. Ungewöhnliche Transportwege zur Schule waren für die Schüler der Stadtrandschule Gehrden im Jahr 1947 keine Seltenheit. Mal kamen sie auf dem Trekker, mal mit Pferden. Und im Winter konnten die Kinder die Kälte und die hohe Schneedecke nutzen, um mit dem Schlitten über die vereiste Spur des Milchwagens zur Schule zu schlittern. Was nach Unbeschwertheit und purem Spaß klingt, bleibt eine Zeit voller Sorgen. "Direkt nach dem Krieg ging es hauptsächlich ums Überleben", erzählt der ehemalige Schüler Horst Grund.

Wenn die Klassenkameraden der Jahrgänge 1933, 34 und 35 heute, 63 Jahre nach ihrem Schulabschluss, im Ratskeller in Gehrden beisammen sitzen, schwelgen sie in Erinnerungen. "Wir sind alle immer gerne in die Schule gegangen", sagt Horst Grund und fügt hinzu: "An dem Satz 'Man kann im Leben alles verlieren, nur nicht das, was man gelernt hat' ist eben einiges dran."

Die Schulleiterin Dr. phil. Theodora von Loebell lehrte ihre Schützlinge in der Stadtrandschule selbstständig zu sein, weg von jeglicher Ideologie. "Keine Frage war verboten, wir sollten frei und offen denken", sagt Grund. Lediglich die jüngste Geschichte war tabu. Zu der heutigen Situation von Schülern bemerkt Horst Grund: "Ich bin ein bisschen neidisch. Wer heute lernen will, der hat kaum Aufwand und Kosten. Die jungen Leute haben so viele Chancen - das ist toll!"

Damals war das anders. Es herrschte Ausnahmezustand, der Wohnraum war knapp und die Eltern mussten für das Schulgeld hart arbeiten. Auf der Suche nach Essbarem grasten die Schüler oft ganze Felder ab. Und weil viele Schulen zerbombt waren, wurden sie in Schichten unterrichtet - ein Jahrgang hatte von 8 bis 11 Uhr Unterricht, einer von 11 bis 14 Uhr und ein weiterer von 14 bis 17 Uhr.

Trotzdem blieben Streiche und Pannen natürlich nicht aus. Während einer Schulaufführung, sollte es auf der Bühne blitzen und donnern. Dank des jungen Rudolf Koch, der für die Technik zuständig war, tat es das auch. Allerdings mit der Folge, dass das gesamte Viertel ohne Strom dastand. Lachend sitzt Koch heute da, während sein Schulfreund die Anekdote erzählt.

Die schwere Zeit hat die Kameraden zusammengeschweißt. Mittlerweile sind aus den ambitionierten Schülern Rentner geworden, und seit dem Abschluss hat sich viel verändert. Die ehemaligen Klassenkameraden sitzen trotzdem noch Jahr für Jahr zusammen, schwelgen in Erinnerungen an die alten Zeiten und lachen über ihre damaligen Schulstreiche.

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Die Klassenkameraden vor 63 Jahren und heute.

Quelle: Johanna Kruse

Von Johanna Kruse

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