Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Besondere Klänge an einem besonderen Ort

Gehrden Besondere Klänge an einem besonderen Ort

Mit Besen und Kehrblech gegen das Vergessen: 14 Konfirmanden der evangelisch-lutherischen Margarethengemeinde haben am Wochenende die Grabsteine und Wege des alten jüdischen Friedhofs am Gehrdener Berg von Laub befreit.

Voriger Artikel
Perfekte Akustik: Gospelchor in Höchstform
Nächster Artikel
"Verhindern kann man das kaum"

Gehrdener Konfirmanden lauschen auf dem jüdischen Friedhof den Worten von Ronen Themerson.

Quelle: Georg Weber

Gehrden. Für Pastor Andreas Pöhlmann ist die notwendige Pflege eine gute Gelegenheit, den Jugendlichen ein Gefühl für die Geschichte des besonderen Orts zu vermitteln. „Auf diese Weise lässt sich – mit dem Laubbesen in der Hand – von dem jüdischen Leben in Gehrden erzählen,“ erklärt Pöhlmann.

Bereits seit einigen Jahren organisiert er den Einsatz im Laub. Doch in diesem Jahr sprachen nicht bloß die Steine zu den Jugendlichen. Ronen Themerson, ein Mitglied der liberalen jüdischen Gemeinde, sang auf Einladung des Pastors nach getaner Arbeit einen jüdischen Grabgesang und sprach das Kaddisch, das jüdische Totengebet. „Ein bewegender Moment“, berichtet Pöhlmann.

Der jüdische Friedhof ist ein geschütztes Kulturdenkmal. Er wurde von 1752 bis 1935 belegt. Die letzten Menschen, die hier ihre Ruhestätte fanden, waren das Geschwisterpaar Heinemann und Johanna Goldschmidt. Insgesamt befinden sich auf dem Friedhof rund 80 Gräber. Viele davon liegen am Ende eines Weges, der von den umliegenden Bäumen jeden Herbst stark mit Laub bedeckt wird.

Von Mario Moers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Gehrden
doc6skonlv1tox1etd88dcf
Lidl-Neubau nimmt die erste Hürde

Fotostrecke Gehrden: Lidl-Neubau nimmt die erste Hürde