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Im Kreativ-Café wird am Jahrestag nicht genäht

Gehrden Im Kreativ-Café wird am Jahrestag nicht genäht

Mit gemeinsamer Handarbeit kulturelle und sprachliche Distanzen überwinden: Das Kreativ-Café des Arbeitskreises Willkommenskultur hat sich zwölf Monate nach der Gründung als wertvoller Baustein in der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung etabliert. Helfer und Flüchtlinge haben jetzt das einjährige Bestehen gefeiert.

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Frühstücken und Klönen: Die städtische Sozialarbeiterin für Flüchtlingsangelegenheiten, Ina Bauer (hinten links), und die ehrenamtlichen Helfer des Kreativ-Cafés kommen beim Minijubiläum mit den Asylbewerberinnen ins Gespräch.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. An die Anfänge kann sich Peter Radike vom AK Willkommenskultur noch gut erinnern. „Wir hatten mit einem Begegnungscafé gute Erfahrungen gesammelt und wollten das Angebot ausweiten“, sagt Radike. Das Ziel: „Asylbewerber und Gehrdener sollen bei gemeinsamer Handarbeit, Kaffee und Tee miteinander ins Gespräch kommen“, fasst Radike den Zweck des Kreativ-Cafés noch einmal zusammen.

Die ehrenamtliche Integrationsbeauftragte Renate Möller ist bis heute von der Unterstützung in der Gründungsphase sehr angetan. „Zum Auftakt standen uns gespendete Stoffreste, Nähmaterial und ausrangierte Maschinen zur Verfügung“, sagt Möller. Ein Jahr später ist viel passiert: Die Teilnehmerzahl hat sich mit rund 20 Flüchtlingsfrauen und etwa 20 Gehrdenern verdoppelt, es wurden fünf neue Nähmaschinen gespendet. „Und auf dem Weihnachtsmarkt haben wir mit selbst gestrickten Mützen rund 500 Euro für neues Material erwirtschaftet“, sagt Elisabeth Bekiersch.

Die Hobbynäherin aus dem Team der Gehrdener Tafel hilft seit einem Dreivierteljahr im Kreativ-Café mit. Mit der pensionierten Textillehrerin Ulla Strohschnieder übernimmt sie jetzt die Gruppenleitung. „Damit sich die bisherige Leiterin Möller noch mehr um die weitere Flüchtlingsbetreuung kümmern kann“, sagt Bekiersch. Sie hebt den Alltagsnutzen der Gruppe hervor: „Nicht alle Flüchtlingsfrauen können nähen oder stricken“, sagt Bekiersch. Sie sollen unter Anleitung für ihre Unterkünfte Dekorationen, Gardinen oder auch Kleidung anfertigen. „Es gibt auch eine reine Klöngruppe“, sagt Bekiersch.

Beim Frühstück zum einjährigen Bestehen stehen Gespräche im Mittelpunkt. Die Nähmaschinen stehen still. Für die 40-jährige Kunstlehrerin Masomeh aus dem Iran ist das kein Problem – obwohl sie erst seit fünf Monaten in Gehrden ist. „Ich mache gerade einen Deutschkurs und komme gerne zum Kreativ-Café“, sagt sie.

Helfer gesucht: Kreativ-Café will eine Kinderbetreuung einrichten

Zum Kreativ-Café treffen sich Flüchtlingsfrauen, Gehrdener und die ehrenamtlichen Helfer an jedem Freitag von 9.30 bis 12 Uhr im Saal der evangelischen Margarethenkirchengemeinde an der Kirchstraße. Es wird dort gemeinsam genäht, gestrickt oder auch einfach nur geklönt. An jeden letzten Freitag im Monat wird ein internationales Frühstücksbüfett aufgebaut. Damit sich die Mütter unter den Asylbewerberinnen bei den Freitagstreffen noch mehr auf die Handarbeiten konzentrieren können, werden jetzt ehrenamtliche Helfer für eine kostenlose Kinderbetreuung gesucht. Sie sollen den Nachwuchs in einem Nachbarraum beaufsichtigen.

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Leckeres Geschenk: Nazii Ahmadli (von links) überreicht Ulla Strohschnieder, Elisabeth Bekiersch und Renate Möller bei der Feier des Kreativ-Cafés eine selbst gemachte Geburtstagstorte.

Quelle: Ingo Rodriguez
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