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Wilder Müll wird zum Ärgernis für Mogwitz

Ditterke Wilder Müll wird zum Ärgernis für Mogwitz

Landwirt Steffen Mogwitz findet auf seinen Feldern und den angrenzenden Wegen in Ditterke regelmäßig wild abgelegten Müll - von Bauschutt über Grünschnitt bis zu Elektrogeräten. Bei seinen Versuchen, den Abfall am Wertstoffhof in Gehrden abzuliefern, bekommt er aber immer wieder Probleme.

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Landwirt Steffen Mogwitz sammelt auf seinen Feldern und Wegen regelmäßig wil abgelegten Müll ein.

Quelle: Björn Franz

Ditterke. Der Frust sitzt tief bei Steffen Mogwitz. Der Landwirt steigt auf seinem Hof von einem kleinen Pritschenfahrzeug und zeigt auf die Ladefläche, auf dem ein Müllberg liegt. Wieder einmal. Für Mogwitz gehört es inzwischen schon fast zur bitteren Normalität, dass er auf seinen Feldern und Waldwegen Müll findet, den Unbekannte dort wild entsorgt haben. Bauschutt werde am Feldrand abgeladen, aussortierte Elektrogeräte wie Kühlschränke und Fernseher ebenfalls, aber auch Gartenabfälle wie Grasschnitt.

"Häufig wird der Müll einfach am Feldrand oder auf den angrenzenden Wegen abgeladen", sagt Mogwitz. "Die Verursacher steigen dann dort offenbar abends oder nachts in aller Ruhe aus, wir finden oft auch Zigarettenkippen oder leere Getränkeflaschen." Aber manchmal stößt er sogar mitten auf seinen Äckern auf die Hinterlassenschaften der unerwünschten Gäste. "Es kam schon vor, dass wir plötzlich den ganzen Motorblock eines Autos im Mähdrescher hatten", erzählt Mogwitz.

Doch sein Ärger endet an dieser Stelle nicht. Denn beim Entsorgen des wilden Mülls, stoße er immer wieder auf Probleme mit dem Zweckverband Abfallwirtschaft der Region (aha). "Wir wurden schon mehrfach beim Wertstoffhof abgewiesen", sagt Mogwitz. Zum Beispiel würden in Gehrden keine Rigipsplatten angenommen, auch als ein Mitarbeiter des Landwirts unlängst mit zwei Kubikmeter Bauschutt auf einem Hochlader vor dem Wertstoffhof an der Nordstraße stand, sei er abgewiesen worden. "Wenn als ich dann beim Servicetelefon von aha angerufen habe, wurde ich sehr unfreundlich behandelt - das Gefühl, dass mir jemand helfen möchte, hatte ich jedenfalls nicht", sagt der Ditterker.

Auch bei Frank Born, der das Gehrdener Ordnungsamt leitet, ist Mogwitz bereits wegen der Probleme mit dem wilden Müll vorstellig geworden. "Wenn uns jemand Müllablagerungen meldet, geben wir das an aha weiter", sagt Born. Allerdings könne es dann seiner Erfahrung nach auch einmal ein bis zwei Wochen dauern, bis der Müll abgeholt würde. "Es ist für Herrn Mogwitz natürlich ärgerlich, wenn er den Müll selbst einsammelt, um aha zu helfen und dann am Wertstoffhof Probleme bei der Entsorgung hat", meint der Leiter des Ordnungsamtes.

Um die künftig zu umgehen, rät der Abfallentsorger dazu, die wilden Müllablagerungen immer direkt zu melden. "aha ist für die Entsorgung von wildem Müll im Umland von Hannover außerhalb der geschlossenen Städte und Ortschaften zuständig und sammelt dabei Abfälle im Wald und in der freien Landschaft auf eigene Kosten ein", erklärt  Unternehmenssprecherin Daniela Sievers. "Die Felder eines Landwirtes stellen dabei einen Sonderfall dar. Obwohl es sich um privates Eigentum handelt, zeigen wir uns kulant und werden auf eigene Kosten tätig, da Felder ähnlich wie Wälder frei zugängliche Flächen sind."

Parallel zur Meldung des Abfalls könne Mogwitz den Vorfall nach Meinung von aha aber auch privatrechtlich verfolgen und anzeigen. "Illegal abgelagerte Gegenstände auf privatem Grund stellen einen privatrechtlichen Tatbestand dar", sagt die Unternehmenssprecherin. "Handelt es sich um eine Straftat wie zum Beispiel Asbestablagerungen schaltet auch aha die Ordnungsbehörden ein."

Wilder Müll in der Region Hannover:

In der gesamten Region sammelt aha nach eigenen Angaben jedes Jahr mehr als 1100 Tonnen wild entsorgten Restmüll ein. Allein im Umland seien im vergangenen Jahr rund 700 Stellen mit wildem Sperrmüll abgeräumt worden. Landwirte könnten sich dazu beim aha-Service unter der Telefonnummer (0800) 9991199 oder per Mail unter service@aha-region.de melden, wenn sie Müll auf ihren Feldern finden.

Wenn das Abfallunternehmen über einen Fund informiert wird, werde der Fall erfasst und eine fachgerechte Entsorgung des wilden Mülls veranlasst, erklärt Sprecherin Daniela Sievers. Sollten Hinweise auf den Verursacher vorliegen, käme für den neben dem Bußgeld auch noch die Gebühr nach aufgewandter Arbeitszeit für die Beseitigung des Unrats hinzu. Die Höhe sei abhängig von verschiedenen Faktoren: Arbeitszeit, Einsatz von Fahrzeugen und Maschinen und Art des wilden Mülls.

Auf den insgesamt 21 Werstoffhöfen in der Region nimmt aha zudem kostenlos Müll aus Privathaushalten an - pro Tag maximal einen Kubikmeter, wenn er mit privat genutzten Fahrzeugen angeliefert wird. Anlieferungen mit gewerblich genutzten Fahrzeugen bis 2,8 Tonnen sind zulässig, wenn nachweislich Abfälle aus Privathaushalten angeliefert werden. Von der Annahme ausgenommen sind dort Restabfälle, Gewerbeabfälle, Altöl, asbesthaltige Abfälle, Dämmmaterialien und Fahrzeugteile. Mengen über einen Kubikmeter oder aus Gewerbebetrieben nehmen die aha-Deponien gegen Gebühr an.

Zudem unternehme aha insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Gebührenzahler für die wilden Müllablagerungen aufkommen muss, immer wieder Anstrengungen, um zur allgemeinen Verbesserung beizutragen, erklärte das Unternehmen. So werde unter anderem jährlich die Müllsammelaktionen „Der große Rausputz“ organisiert.

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