Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Lidl-Neubau nimmt die erste Hürde

Gehrden Lidl-Neubau nimmt die erste Hürde

Die Pläne des Discounters Lidl, in Gehrden auf dem Gelände einer Kleingartenkolonie eine neue Filiale zu errichten, haben die erste wichtige Hürde genommen. Der Bauausschuss der Stadt hat sich dafür ausgesprochen, einen Bebauungsplan für das Projekt aufzustellen. Der Neubau ist aber umstritten.

Voriger Artikel
Mehr Angebote in der freien Natur
Nächster Artikel
Rechtslage ist nur Bruchteil der Schlichtung

Standortfrage geklärt: An der Ronnenberger Straße will der Discounter Lidl auf dem bisherigen Gelände einer Gartenkolonie eine neue Filiale errichten. Der dazu gehörige Parkplatz soll fast bis an die Kreuzung zur Schulstraße (siehe Bildergalerie) reichen.

Quelle: Ingo Rodriguez/privat

Gehrden. Zumindest auf dem Papier ist die Filiale schon fertig: Fast 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche, Büros, Toiletten und 121 Parkplätze auf einem rund 7900 Quadratmeter großen Grundstück. Die Bauarbeiten sollen 2018 beginnen. Und: Mit dem Kleingartenverein Gehrden ist sich Lidl einig. Für den Bau der neuen Filiale gibt der Verein einen Teil seines Grundstücks an die Supermarkt-Kette ab – zwölf Gärten gegen eine angemessenen Entschädigung.

In der Sitzung des Ausschusses für Bau- und Städteplanung wurden jetzt auch von kommunaler Seite aus die Weichen für das Neubauprojekt gestellt. Mit der Empfehlung, einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern, wurde – sollte der Verwaltungsausschuss zustimmen – das Planverfahren eingeleitet. Drei Jahre nach der Schließung der Lidl-Filiale am Dammtor zeichnet sich damit eine Lösung ab, die viele Beteiligte begrüßen: Das Unternehmen hat einen geeigneten Standort für eine größere Filiale gefunden, die Stadt kann mit der Neuansiedlung einen Eckpunkt ihres Einzelhandelskonzeptes umsetzen, und auch viele Gehrdener begrüßen die Rückkehr des beliebten Discounters.

Doch nun formiert sich auch Widerstand gegen die Neubaupläne. Im Internet wird im sozialen Netzwerk Facebook sehr kontrovers darüber diskutiert. In der Ausschusssitzung fasste ein Anwohner die Gegenposition zusammen: Mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Abgase – wegen eines unnötigen Marktes, an einem ungeeigneten Standort, auf Kosten von Grünflächen, so sein schonungsloses Urteil.

Auch politisch ist das Projekt keineswegs unumstritten. Denn: Die Grünen stimmten gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes. „Wir brauchen eine Belebung der Innenstadt, aber dieser Standort ist zu weit weg. Und im Bereich von Kleingärten ist so etwas mit uns nicht zu machen“, sagte die Ausschussvorsitzende Eva Kiene-Stengel in ihrer Eigenschaft als Grünen-Ratsfrau und Mitglied der Gruppe Grüne/Linke.

Auch Grünen-Ratsherr Patrick Ziemke verurteilte die Nutzung von Grünflächen als Bauland. „Dieser Standort ist niemals alternativlos, sondern man könnte sich mehr Zeit für die Suche lassen, ohne sich von Lidl die Pistole auf die Brust setzen zu lassen“, sagte er.

Die Vertreter von CDU, SPD und FDP unterstützen dagegen die Neubaupläne – ebenso wie Bürgermeister Cord Mittendorf: „Wir haben schließlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Lidl in der Stadt zu halten“, sagte er. Gleichwohl: Das Bauleitplanverfahren steht erst am Anfang. „In der Phase der öffentlichen Auslegung und frühzeitigen Beteiligung haben Gegner immer noch Gelegenheit, ihre Bedenken in das Verfahren einfließen zu lassen“, sagt Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg.

doc6skonlv1tox1etd88dcf

Fotostrecke Gehrden: Lidl-Neubau nimmt die erste Hürde

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Gehrden
doc6skonlv1tox1etd88dcf
Lidl-Neubau nimmt die erste Hürde

Fotostrecke Gehrden: Lidl-Neubau nimmt die erste Hürde