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Bewährung nach Beischlaf mit volltrunkener Frau

Gehrden Bewährung nach Beischlaf mit volltrunkener Frau

Das Amtsgericht Wennigsen hat einen 39-jährigen Mann aus Gehrden wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Frau zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Nur wegen eines umfassenden Geständnisses, glaubwürdige Reue und einer guten Sozialprognose muss er nicht ins Gefängnis.

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Das Amtsgericht spricht nach dem sexuellen Missbrauch einer wehrlosen Frau wegen strafmildernder Umstände eine Bewährungsstrafe aus.

Quelle: Dpa

Gehrden. Der Automechaniker hatte sich im Januar in der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Hannover nach einem Zechgelage nachts an der 22-jährigen Tochter seiner Partnerin vergangen. Die junge Frau hatte nach erheblichem Alkoholgenuss in einem Doppelbett neben ihrer Mutter ihren Vollrausch ausgeschlafen.

In seinem Geständnis räumte der Angeklagte ein, gegen 3 Uhr morgens die volltrunken schlafende Frau entkleidet und dann an der wehrlosen 22-Jährigen den Beischlaf vollzogen zu haben. Als strafmildernden Umstand wertete das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Strafrichter Ingo Nagel, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt des sexuellen Missbrauchs ebenfalls sehr betrunken war. Blutalkoholgehalt: Rund 1,5 Promille.

Das hatte ein medizinisches Gutachten ergeben – ebenso, wie in einer molekularbiologischen Untersuchung am Opfer Spuren des Mannes aus Gehrden gefunden worden waren. Die Mutter war während des Übergriffs auf ihre Tochter wach geworden und noch in der Nacht mit der 22-Jährigen zu einem Nachbarn geflüchtet. Die alarmierte Polizei brachte den Mann am Morgen nach der Tat in Untersuchungshaft.

In der Verhandlung zeigte der in Polen geborene Mann Reue: Über seinen Anwalt ließ er wegen schlechter Deutschkenntnisse ein Geständnis verlesen. Demnach könne er aus heutiger Sicht kaum glauben, so eine Tat begangen zu haben. „Es wird aber wohl so gewesen sein, und das tut mir für Mutter und Tochter sehr leid“, hieß es in der Erklärung. Wegen der Sprachbarriere hatte das Amtsgericht für die Verhandlung auch eine vereidigte Übersetzungshilfe geladen.

Nach Angaben des Verteidigers ist der Vorfall für den Angeklagten eine menschliche Tragödie. „Das hat die Beziehung zu der Frau, die er geliebt hat, beendet. Das war sicher ein einmaliger Fehltritt“, sagte der Anwalt.

Bezüglich des Strafmaßes waren sich das Schöffengericht und die Staatsanwaltschaft sowie ein Vertreter des Opfers als Nebenklägerin einig: Das Mindeststrafmaß von zwei Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte habe Reue gezeigt und dem Opfer mit seinem Geständnis eine Aussage vor Gericht erspart. Zudem sei er bislang nicht vorbestraft, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Zur Bewährungsauflage zählt auch die Zahlung eines Schmerzensgeldes an das Opfer in Höhe von 3000 Euro.

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