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Pfarrer verteilt Leckerlies und spricht Gebet

Gehrden Pfarrer verteilt Leckerlies und spricht Gebet

Mit Gottes Segen auf vier Pfoten: Vor der katholischen Bonifatiuskirche in Gehrden hat Pfarrer Christoph Paschek am Welttierschutztag 20 Hunde und zwei Katzen gesegnet. Die traditionelle Zeremonie endetet wie immer mit einer Miniprozession um das Gotteshaus - eine Runde Gassi gehen mit Gesang.

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Pfarrer Christoph Paschek spendet den anwesenden Vierbeinern einen Segen und verteilt kleine Häppchen.

Quelle: Ingo Rodriguez

Gehrden. Keine andächtige Stille, keine christliche Zurückhaltung - stattdessen aufgeregtes Hecheln, wedelnde Schwänze und misstrauisches Pfiepen: Seit elf Jahren schon tritt Pfarrer Paschek am Tag des Heiligen Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere, vor erwartungsfroh blickende, aber naturgemäß ungläubige Lebewesen - und bittet für die Vierbeiner, Vögel, Meerschweinchen oder Kaninchen um himmlisches Geleit.

In Gehrden hat sich die kirchliche Zeremonie längst zu einem tierischem Spektakel mit Stammpublikum entwickelt. Jahr für Jahr kommen bis zu 30 Tierbesitzer, um für ihre treuen Wegbegleiter um ein Schutzgebet zu bitten. Trotzdem lockt die Tiersegnung immer wieder auch Neulinge an: "Ich bin zum ersten Mal dabei und habe meinen Hund und einen Tagespflegehund mitgebracht", sagte Andrea Bomke aus Gehrden. Besonders religiös sei sie zwar nicht. "Aber ein Segen kann ja nicht schaden", sagte sie.

Margot Ruhl aus Gehrden ist dagegen ein Stammgast. Im vergangenen Jahr habe sie sogar stellvertretend für eine totkrankes und transportunfähiges Pferd das himmlische Geleit erhalten. Das Tier sei wenig später gestorben. "Aber mit Gottes Segen", sagte Ruhl und stellte eine kleine Transportbox ab. Sie war in diesem Jahr mit ihrem Kater Lumpi zur Tiersegnung gekommen.

Aber auch für die regelmäßigen Besucher gab es in diesem Jahr eine Überraschung. "Darf das Tier ein Leckerlie?", fragte Pfarrer Paschek gleich nach seiner Ankunft, zauberte eine kleine Tüte unter seinem Gewand hervor und servierte einem Hund ein Häppchen. "Ach dann fange ich heute einfach mal mit der Fütterung an", sagte Paschek und schritt vergnügt ein artig aufgereihtes Tierspalier ab.

Dann waltete Paschek aber seines Amtes, sprach ein Gebet, las eine Bibelstelle der Schöpfungsgeschichte vor und spendete - musikalisch begleitet von Gitarristin Silvia Wintergalen - allen anwesenden Tieren den Segen. Zuvor hatte der Pfarrer noch einmal die Hintergründe der Aktion am sogenannten Franziskustag erläutert. Der Schutzpatron der Tiere habe mit Fürbitten für alle Lebewesen um Schutz vor Krankheiten und Gefahren gebeten. Auch heute noch sei es vor allem in katholisch geprägten Gebieten üblich, in der Landwirtschaft für Nutztiere zu beten. Aus Sicht der Kirche seien auch Tiere Geschöpfe Gottes und für viele Menschen nahezu unverzichtbar - als Weggefährten, treue Freunde, Transporthilfen und Blindenhunde. Selbst Delfintherapien gebe es ja heutzutage, sagte Paschek.

Auf das beliebte Abschlussritual wollte er dann auch nicht verzichten und führte laut singend eine kleine Prozession um die Kirche an - mit Menschen, Tieren und Gottes Segen.

Der Welttierschutztag

Der 4. Oktober wird international von Tierschützern als Welttierschutztag für Informationsveranstaltungen genutzt. Dabei orientieren sie sich an Franz von Assisi, dem Begründers des Franziskaner-Ordens, der als Schutzpatron der Tiere gilt und 1226 in der Nacht zum 4. Oktober starb. Knapp 700 Jahre später plädierte der Schriftsteller und Tierfreund Heinrich Zimmermann, vor Berliner Tierschützern erstmals für die Einführung des Welttierschutztages. Sein Antrag wurde am 8. Mai 1931 auf dem Internationalen Tierschutzkongress in Florenz angenommen. Seither wird der Welttierschutztag international begangen und trägt zur Verbreitung des Tierschutzgedankens bei. In der Bundesrepublik wurde der Welttierschutztag nach dem Zweiten Weltkrieg 1950 wieder eingeführt.

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