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Nabu führt kritischen Dialog mit Golfern

Gehrden Nabu führt kritischen Dialog mit Golfern

Der Naturschutzbund (Nabu) Gehrden setzt sich intensiv mit dem möglichen Bau eines Golfplatzes auseinander. Bei ihrem jüngsten Stammtisch tauschten sich die Nabu-Mitglieder mit Vertretern des Golfclubs Gehrden aus, der eine eigene 18-Loch-Anlage anstrebt.

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Der Golfplatz Gleidingen ist Ziel einer Nabu-Exkursion.

Quelle: Zerm

Gehrden. "Es gibt Vor- und Nachteile - insofern steht der Nabu dem Golfplatz zunächst kritisch gegenüber", verdeutlichte die Nabu-Vorsitzende Gisela Wicke. Allein der Flächenbedarf von rund 70 Hektar Land sei gewaltig. "Das sind 70 Fußballfelder, ein riesiges Areal", sagte sie. Auf einem Golfplatz mit ausgedehnten Rasenflächen würden in der Regel deutlich mehr Dünger und Herbizide als auf Ackerland eingesetzt. Daher stehe der Nabu der Idee, auf den wertvollen Bördeböden einen Golfplatz zu errichten, entgegen. Stattdessen sprach sich Wicke für mehr ökologischen Landbau aus, der einen erhöhten Flächenbedarf habe.

Auf der anderen Seite gebe es aber Erkenntnisse, dass sich zum Beispiel störungsempfindliche Vögel auf entsprechend angelegten Golfplätzen durchaus wohl fühlen. Der Golfclub Gehrden wolle zudem einen sogenannten zertifizierten Golfplatz mit vielen naturnah angelegten Bereichen bauen. "Der Verein strebt das als Alleinstellungsmerkmal an, um sich von anderen Golfplätzen abzuheben. Deswegen haben sie auch großes Interesse daran, den Platz gemeinsam mit dem Nabu zu gestalten", sagt Wicke. Alles hänge letztlich von der Umsetzung und von möglichen Ausgleichsflächen, etwa durch Hecken und Brachflächen, ab.

Auch dem Nabu sei nach wie vor an einem Austausch gelegen. "Wir sind schon seit über einem Jahr mit dem Golfclub in Kontakt", betonte Wicke. Vor Monaten habe es schon einen Besuch einer Delegation des Golfclubs beim Nabu-Stammtisch gegeben. Beide Seiten hätten auch diesmal verabredet, weiter im Gespräch zu bleiben. Da noch offen sei, wann und wo der Golfplatz entstehen könnte, gebe es allerdings auch noch keinen akuten Handlungsbedarf.

Dennoch werden sich die Nabu-Mitglieder weiter mit der Gestaltung von Golfsportanlagen beschäftigen. Weitere Einblicke wollen sie am Sonnabend, 23. Juli, bei einem Besuch des Golfplatzes in Gleidingen erhalten.

Von Carsten Fricke

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